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Neuer Höchststand bei der Lebenserwartung in Thüringen

Leichter Rückgang bei Männern in ausgewählten Altersgruppen

Die Lebenserwartung der Thüringer Frauen und Männer ist im letzten Jahr weiter leicht gestiegen. Dies geht aus den Angaben der für den Zeitraum 2018/2020 berechneten Sterbetafel (1) hervor. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamts für Statistik wird demnach ein in Thüringen neugeborenes Mädchen 83,27 Jahre alt (+0,18 Jahre im Vergleich zur Sterbetafel 2017/2019), ein neugeborener Junge kann mit einem Alter von 77,66 Jahren rechnen (+0,04 Jahre). Die Lebenserwartung hat in Thüringen somit einen neuen Höchststand erreicht. Noch nie zuvor hatte ein neugeborenes Kind rein rechnerisch so viele Lebensjahre zu erwarten.

Bemerkenswert ist allerdings, dass die weitere Lebenserwartung der 55- bis 74-jährigen und der ab 85-jährigen Männer im Vergleich zur vorherigen Sterbetafel 2017/2019 leicht gesunken ist. Ein solcher Rückgang wurde in den Vorjahren nicht festgestellt. Vermutlich steht dies im Zusammenhang mit der „Corona-Pandemie“, da Männer häufiger an oder mit Covid-19 gestorben sind als Frauen. Dies kann jedoch erst nach Auswertung der Todesursachenstatistik 2020 abschließend geklärt werden. Der Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung von Neugeborenen wird beim Vergleich weiter zurückliegender Berechnungszeiträume umso deutlicher. Die für den Zeitraum 2018/2020 berechneten Werte ergeben im Vergleich zum Berichtszeitraum 1998/2000 eine Erhöhung um 3,21 Jahre bei den Mädchen sowie um 4,17 Jahre bei den Jungen. Im Verhältnis zum Zeitraum 1988/1990 entspricht dies sogar einer Erhöhung um 7,25 bzw. 7,71 Jahre.

Die Berechnungen des Statistischen Bundesamtes für den Zeitraum 2018/2020 zeigen zudem, dass im gesamtdeutschen Vergleich die in Thüringen neugeborenen Mädchen im Durchschnitt eine um 0,13 Jahre geringere Lebenserwartung haben als alle neugeborenen Mädchen in Deutschland. Somit ist der Rückstand kleiner geworden, denn im Zeitraum 1998/2000 betrug dieser noch 0,76 Jahre. Neugeborene Jungen haben derzeit einen Rückstand von fast einem Lebensjahr (0,98 Jahre) im Vergleich zum gesamtdeutschen Durchschnitt. Jedoch ist auch diese Differenz im Vergleich zu 1998/2000 kleiner geworden. Damals betrug sie 1,29 Jahre.

1) Eine Sterbetafel ist ein demografisches Modell, das die zusammenfassende Beurteilung der Sterblichkeitsverhältnisse einer Bevölkerung unabhängig von ihrer Größe und Altersstruktur ermöglicht. Die hier veröffentlichten Ergebnisse der sogenannten Periodensterbetafel für Thüringen stellen die Sterblichkeitsverhältnisse in einem jeweils 3-jährigen Berichtszeitraum dar.

Bitte beachten:
Die durchschnittliche Lebenserwartung ist eine wichtige theoretische Kennziffer der Sterbetafel und umfasst die durchschnittliche Zahl von zusätzlichen Lebensjahren, die ein Mensch auf Basis der für einen bestimmten Zeitraum (zumeist 3 Jahre) geltenden altersspezifischen Sterblichkeitsverhältnisse voraussichtlich noch leben würde. Sie wird sowohl für Neugeborene als auch für jedes bereits erreichte Alter als fernere durchschnittliche Lebenserwartung berechnet. Dabei hat das überstandene Risiko, vor Vollendung des nächsten Lebensjahres zu sterben, stets einen Gewinn an Lebenserwartung zur Folge.

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