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Regenwald statt Thüringer Wald

Die Stimmung ist gereizt bis depressiv, so beschreibt Forstamtsleiter Ansgar Pape die Gefühlslage beim Blick auf das derzeitige „Winterwetter“ mit Dauerregen und milden Temperaturen.

Man habe aufgrund des Deutschen Wandertages gezielt seit zwei Jahren in den Hauptwanderregionen, gerade rund um Eisenach, keine Holzerntemaßnahmen durchgeführt. Die Arbeiten sollten alle in diesem Winter geschehen. Die Witterung macht den Plänen derzeit einen Strich durch die Rechnung. Das Holz ist bereits teilweise gesägt, kann aber aufgrund der Nässe nicht aus dem Wald gerückt werden.

Wie kann und soll es weiter gehen? Am heutigen Dienstag fand ein Krisengespräch mit einzelnen Revierförstern im Forstamt statt. Man war sich einig, nicht auf eine mögliche Kältewelle aus den USA zu hoffen und zu warten, sondern verständigte sich auf folgende Maßnahmen: auf einigen besonders kritischen Flächen bleibt geschnittenes Holz so lange liegen, bis die Witterung das Holzrücken erlaubt. In Einzelfällen können und sollen auch Pferde eingesetzt werden. Auf einige Maschinen werden über die Räder sogenannte Moorbänder aufgezogen, die eine breite Auflage bieten und den Bodendruck vermindern sollen. Bei steileren Flächen soll Traktionstechnik zum Einsatz kommen, die dazu führt, dass die Maschinen durch Seilwinden den Hang hochgezogen werden und damit der „Schlupf“ und somit Bodenschäden vermindert werden. Für viele Waldbestände wurde der Abstand der Rückegassen von 20 auf 40 Meter verdoppelt. Damit wurde man dem Wunsch vieler Waldbesucher gerecht, die sich an den Schneisen und den schlammigen Ausfahrten gestört haben. Dies alles sind allerdings nur kleine Mosaiksteine, die zu Mehraufwand führen und Schäden nur verringern, aber nicht ganz verhindern werden. Entscheidend ist das Wetter: ohne Frost bleibt Frust! Dies betrifft vor allem die Unternehmer, die mit Ihrer Arbeit Ihr Einkommen sichern müssen. Aber auch die holzverarbeitenden Betriebe klagen bereits über Versorgungsprobleme. Das Brett wächst eben nicht im Baumarkt und zur Holzernte gibt es keine Alternative.

Ich bin mir bewusst, dass wir den Waldbesuchern in den nächsten Wochen viel zumuten werden, wirbt der Forstamtsleiter abschließend um Verständnis.

Und er verspricht, dass entstandene Schäden wie in der Vergangenheit zeitnah beseitigt werden.

Andrea T. | | Quelle:

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