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Risiko für tödliche Verkehrsunfälle ist auf Landstraßen besonders hoch

Unfall-Schwerpunkt Landstraße – Die Unfallgefahr auf Landstraßen wird von vielen Verkehrsteilnehmern unterschätzt. Laut den Unfallexperten des TÜV Thüringen sind Überhol- und Abbiege-Manöver vor allem deshalb so gefährlich, weil es beim Abschätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten anderer Fahrzeuge immer wieder zu folgenschweren Fehleinschätzungen kommt. Auch unangepasste Geschwindigkeit spielt bei zahlreichen Unfällen eine Rolle. Allein im vergangenen Jahr starben 1.592 Menschen auf Landstraßen, das sind knapp 59 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten.

Neben vielen anderen Aspekten war auch das Verkehrsunfallgeschehen 2020 stark von der Corona-Pandemie geprägt. Der Rückgang des Verkehrsaufkommens führte dabei zu einer positiven Entwicklung: Die Zahl der Unfälle ist gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 16,4 Prozent zurückgegangen, die Zahl der im Straßenverkehr ums Leben gekommen Personen ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes immerhin um 10,7 % gesunken. Trotz der deutlichen Rückgänge waren leider 2.719 Getötete zu beklagen. Auch in Thüringen ist ein ähnlicher Trend zu verzeichnen: Die Zahl der Verkehrsunfälle ging um 14,1 % zurück, die Zahl der Verkehrstoten sank um 9,8 Prozent auf 83 Personen.

Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle (knapp 59 %) ereignen sich nach wie vor auf Landstraßen. Bundesweit kamen hier im vergangenen Jahr 1.592 Personen ums Leben. Während knapp 90 % aller getöteten Pkw-Insassen und über 80 % aller getöteten Kraftradnutzer außerorts verunglückten, starben 73 % aller im Straßenverkehr getöteten Fußgänger sowie 60 % aller getöteten Radfahrer 2020 innerorts. Insgesamt wurden innerhalb von Ortschaften knapp 30 % und auf Autobahnen knapp 12 % der Getöteten verzeichnet.

Für Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen sind die statistischen Zahlen wenig überraschend:

Die Gefahren auf Landstraßen sind seit Jahren bekannt. Leider kommt es aufgrund von gefährlichen oder falsch eingeschätzten Überholmanövern immer wieder zu folgenschweren Unfällen. Neben Fehlern beim Abbiegen sind überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit oder aber zu geringer Abstand zum Vordermann die Hauptunfallursachen auf Landstraßen, weiß Leser.

Zudem ist die Gefahr eines Frontalcrashs auf der Landstraße um ein Vielfaches höher. Auch die Wahrscheinlichkeit mit Wildtieren zu kollidieren ist auf Landstraßen sehr viel höher als beispielsweise auf Autobahnen.

Oftmals kommen Fahrzeuge bei einem Landstraßenunfall von der Fahrbahn ab. Das hat dann meist schwerwiegende Folgen, da sich das Fahrzeug dabei überschlagen kann. Oft enden Unfälle tödlich, wenn ein Fahrzeug in den Gegenverkehr gerät oder erst an einem Baum zum Stehen kommt, berichtet Achmed Leser.

Der Unfallexperte mahnt daher zu einer vorrausschauenden und defensiven Fahrweise.

Auf keinen Fall sollte an unübersichtlichen Stellen überholt werden. Die Einhaltung des Sicherheitsabstands und eine ausreichend freie Strecke zum Gegenverkehr sind für einen sicheren Überholvorgang überlebenswichtig, mahnt Leser.

Jetzt beginnt auch die Zeit, in der vermehrt landwirtschaftliche Fahrzeuge und Erntemaschinen auf Landstraßen unterwegs sind. Hier ist aufgrund der Überbreite und langsamen Geschwindigkeit besondere Vorsicht geboten, außerdem geht von verschmutzten Fahrbahnen vor allem für Motorradfahrer eine große Gefahr aus.

Der TÜV Thüringen unterstützt die Aktion „Sichere Mobilität – Wir machen mit“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und ist dem Pakt für Verkehrssicherheit beigetreten.

 

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