Runder Tisch Naturschutz

Geschätztes Veranstaltungsformat der Naturparkverwaltung vernetzt Akteure

Bildquelle: © Elka Komitova / Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal
Landkreis-, Länder- und Fachübergreifend trafen sich die Naturschutzakteure im Naturparkzentrum Fürstenhagen zum fachlichen Austausch.

Im Jahr 2010 wurde im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal erstmalig zum Runden Tisch Naturschutz eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, über die im Naturpark laufenden Naturschutzprojekte zu berichten und darüber in fachlichen Austausch zu treten. Die damalige Veranstaltung war so erfolgreich, dass der Runde Tisch Naturschutz in der Folgezeit alljährlich stattfand. Diese Kontinuität wurde lediglich 2021 und 2022 durch die einschränkenden Corona-Maßnahmen unterbrochen.

Im Herbst 2023 gab es dann eine Neuauflage der Veranstaltung in einem etwas anderen Format in Kooperation mit der Natura 2000-Station „Unstrut-Hainich/Eichsfeld“. Diesmal wurde auf die ansonsten gegebene Themenvielfalt verzichtet und der Fokus allein auf den Schutz der Ackerwildpflanzen und Ackerwildpflanzenvegetation gerichtet, einem Thema, welches im Naturschutz noch sehr vernachlässigt wird. Trotz Erfolg und positiver Resonanz zu dieser speziellen Tagung, wurde mehrheitlich der Wunsch geäußert, den Runden Tisch Naturschutz zukünftig wieder im „alten Stil“ durchzuführen. Diesem Wunsch gerecht werdend, lud der Naturpark am 13.03.2024 erneut zum Runden Tisch Naturschutz ins Naturparkzentrum nach Fürstenhagen ein.

Es kamen neben Vertretern der Naturschutzbehörden vor allem Abordnungen einiger der Institutionen, Vereine und Verbände, welche im Naturpark und dessen angrenzenden Gebieten Projekte zum Naturschutz, zum Gewässerschutz und Artenschutz sowie zur Landschaftspflege und zur Aufwertung von Biotopen durchführen. Sie alle konnten über ihre Arbeiten berichten. So gab es Redebeiträge zu einzelnen gefährdeten Arten, wie unter anderem dem Hirschkäfer, den Fledermäusen Kleine Hufeisennase und Großes Mausohr, der Gelbbauchunke und dem Gartenschläfer. Berichtet wurde zudem über die Projekte zur Rettung der Kalkniedermoore, einem Biotoptyp, welches Thüringenweit fast vollständig vernichtet ist, der Optimierung der Kalktuffquellen sowie den dazu begleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen. Interessant waren die Ausführungen der anwesenden Gewässerunterhaltungsverbände, deren Aufgabe unter anderem in der Renaturierung von Fließgewässern liegt. Reich strukturierte naturnahe Bachläufe mit großzügigen Ufersäumen beherbergen eine große Artenvielfalt und sind wichtige Ausbreitungs- und Wanderkorridore für Pflanzen und Tiere in unserer Kulturlandschaft.

Neben den fachlichen Beiträgen gab es auch Einblicke in die ehrenamtliche Arbeit des NABU-Obereichsfeld und dessen agiler Jugendgruppe. Die „Eichsfelder Naturdetektive“ gehen 14tägig auf Entdeckungsreise durch die heimische Natur. Mit dieser Arbeit und der Bildungs-arbeit der jeweiligen Akteure wird die Grundlage geschaffen, auch zukünftig Artenkenner und Naturschutzbegeisterte am Runden Tisch Naturschutz begrüßen zu können.

Auch in den kommenden Jahren soll und wird es dieses Veranstaltungsformat weiterhin geben, da ein regelmäßiger fachlicher Austausch zum Erhalt und der Förderung der Biodiversität im Naturpark und darüber hinaus sehr wichtig ist. 

Arne Willenberg und Claudia Wilhelm, 26.03.24