Eisenach Online

Werbung
 | Bildquelle: © Creativa Images / fotolia.com

Beschreibung:
Bildquelle: © Creativa Images / fotolia.com

Safer Internet Day – Jeden Tag

„System des sozialen Vertrauens“ – aus datenschutzrechtlicher Sicht wohl eher eine trügerische Benennung eines erschreckenden Überwachungssystems:

Medienberichten zufolge soll sich in China ein System im Aufbau befinden, welches ab dem Jahr 2020 mit der Hilfe von Big Data jedes Verhalten eines Bürgers erfasst und dieses dann unter Zuhilfenahme von Algorithmen bewertet. Jeder Bürger bekommt ein sogenanntes Punktekonto zugewiesen, auf dem sein persönlicher Punktestand vermerkt ist. Der Punktestand richtet sich unter anderem nach dem moralischen und sozialen Wohlverhalten und der Gesetzestreue. Je nach Punktestand gibt es Belohnungen oder Bestrafungen. Wer einen hohen Punktestand aufweist, darf seine Kinder zum Beispiel auf eine bessere Schule schicken, bei einem niedrigen Punktestand wird es hingegen sehr schwierig, einen guten Schulplatz oder Kitaplatz zu erhalten, einer Arbeit nachzugehen oder gar ein Visum zu erhalten. Der soziale und wirtschaftliche Auf- oder Abstieg ist damit abhängig von einem Punktekonto. In der Proberegion Zhejiang soll sogar der Punktestand eines jeden Bürgers jedem Internetnutzer auf einer Website der Regierung offen zur Einsicht stehen. Jeder kann somit erkennen, wie gut oder wie schlecht sich der entsprechende Bürger verhalten hat.

Das Berliner Pilotprojekt zur automatischen Gesichtserkennungen am Bahnhof Südkreuz nimmt sich demgegenüber noch recht harmlos aus. Allerdings sind die Datenschutzbeauftragten alarmiert – auch vor dem Hintergrund, dass Software inzwischen Rückschlüsse aus den Gesichtsdaten ziehen können soll, z.B. auf Charaktereigenschaften.

Was die nicht-öffentlichen Stellen, also Unternehmen, jedoch alles mit den Daten der Bürger anfangen bzw. anfangen können, kann meist nicht abgeschätzt werden.

Wie der Stanford-Professor für Psychologie und Datenforschung Dr. Michal Kosinski aufzeigt, können Facebook-Likes mit der Hilfe von Algorithmen genutzt werden, um genaue Persönlichkeitsprofile zu erstellen. 100 Likes reichen aus und der Algorithmus kennt den Facebook-Nutzer genauso gut wie die eigene Familie oder die eigenen Freunde. Erschreckend, oder? Aber auch mit anderen personenbezogenen Daten, die wir tagtäglich als Datenspur hinterlassen, können Unternehmen Schlüsse über uns und unser Verhalten ziehen.

Und Sie, liebe Thüringerinnen und Thüringer, müssen davon ausgehen, dass Ihre Daten von wem auch immer gesammelt werden, um ein Persönlichkeitsprofil von Ihnen zu erstellen. Warum? Damit Sie mit gezielten Angeboten beworben werden können. Das mag ja für Sie vielleicht noch hinnehmbar sein. Für Sie unkalkulierbar sind indes Schlussfolgerungen, die ein Datenkäufer aus diesem Profil zieht, zum Beispiel über Ihren Charakter, Ihre sexuelle Orientierung, Ihre sozialen Kompetenzen, Ihre Neigungen und Abneigungen, Ihr künftiges Verhalten. Und dabei muss Ihr aus Big Data erstelltes Profil noch nicht einmal zutreffen.

Sie sollten dafür sorgen, dass so wenige Daten von Ihnen wie möglich gesammelt werden können.

Wie das geht? Wir haben da was für Sie: für Ihre Digitale Selbstverteidigung bei der Nutzung von Computern und Smartphones: https://www.tlfdi.de/mam/tlfdi/wir-ueber-uns/digitale_selbstverteidigung_broschuere_4web2018.pdf

Dr. Hasse: Informieren Sie sich in unserer neuen, überarbeiteten Broschüre, fragen Sie uns und – Passen Sie auf sich auf!

Andrea T. | | Quelle:

Werbung

Die Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft und sofern sie unseren Richtlinien entsprechen, freigegeben.

Top