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Seltene Orchideen in Nazza

Fördermöglichkeiten für Naturschutz und Landschaftspflege im Wartburgkreis

Seit vielen Jahren kümmert sich der Umwelt- und Naturschutzverein „Am Hainich“ e.V. um die Pflege besonders wertvoller Biotope in der Verwaltungsgemeinschaft Mihla. Dazu gehören auch zwei kleine Obstwiesen im Hainichengraben in Nazza mit einem Vorkommen der sehr seltenen gelbblühenden Orchidee „Blasses Knabenkraut“ (Orchis pallens).

Anfang April 2020 war ein solch üppiger Pflanzenbestand dieser Orchidee auf den stark geneigten Hängen im Hainichengraben zu finden gewesen, dass es selbst die langjährig aktiven Naturschützer verblüffte. Mit 72 blühenden Exemplaren und zahlreichen, über die gesamte Fläche verstreuten Jungpflanzen zeigt sich hier ein stabiler Bestand dieser Spezies mit hohem Potential für die Erhaltung der Art in der Region. Unterstützt werden die Pflegeaktivitäten von Anbeginn durch die Untere Naturschutzbehörde des Wartburgkreises. Nur durch finanzielle Zuwendungen war es bisher möglich, die aufgrund des schwierigen Geländes aufwendigen Pflegearbeiten leisten zu können.

Seit einigen Jahren werden die Pflegemaßnahmen durch den Einsatz von ferngesteuerter Mahdtechnik von Landschaftspflegefirmen unterstützt. Dies wurde notwendig, weil die immer älter werdenden Mitglieder des Vereins die schweren Arbeiten mit der Motorsense an den steilen Hängen nicht mehr leisten konnten.

Das nach Bundesnaturschutzgesetz besonders streng geschützte Blasse Knabenkraut ist in Thüringen stark gefährdet (Rote Liste 2) und deutschlandweit gefährdet (Rote Liste Deutschland 3). Da die Verbreitungsschwerpunkte der Orchidee in Deutschland neben Baden-Württemberg auch in Thüringen liegen, hat der Freistaat Thüringen eine besondere Verantwortung für die Bewahrung dieser Art.

Das Blasse Knabenkraut ist eine Charakterart der lichten Laubwälder. Wenn der Aufwuchs der Gehölze über die Jahre zunimmt, verschwindet die Art. Die regelmäßige Mahd ist demnach eine Voraussetzung für die Bewahrung dieser sehr früh blühenden Orchidee.

Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Wartburgkreis

Der Wartburgkreis zählt mit seiner abwechslungsreichen Landschaft und als Lebensraum für zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere zu den reichsten Naturräumen Thüringens. Zum Erhalt, der Pflege und Entwicklung werden unterschiedlichste Fördermöglichkeiten eingesetzt und angeboten, von kreiseigenen Mitteln bis hin zu landes,- bundes- und EU – kofinanzierten Programmen. Neben kleiner und besonders schützenswerter Bereiche wie die o. g. Fläche bei Nazza die durch Naturfreunde im Wesentlichen ehrenamtlich und während der Freizeit gepflegt werden, sind es vor allem landwirtschaftliche Betriebe, die größere Bereiche des Biotopgrünlandes der  Mittelgebirgslagen, und im geringerem Umfang Bereiche der Flussauen, nach Vorgaben des Thüringer Programm zur Förderung von umwelt- und klimagerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege -KULAP pflegen.

Eine weitere Möglichkeit zur Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen bietet die sogenannte  NALAP-Richtlinie. Ursprünglich im Wesentlichen zur Förderung und Umsetzung von Landschaftspflege, Biotop- und Artenschutzmaßnahmen durch Vereine und Verbände vorgesehen, wurde diese Fördermöglichkeit nach der aktuellen Änderung auch für Landwirte weiter geöffnet. Mit der Änderung und zusätzlicher finanzielle Mittel aus dem sogenannten Sonderrahmenplan Insektenschutz ist auch die Umsetzung von Maßnahmen – wie z.B. Anlegen von Blühflächen, Hecken, Baumreihen und Kleingewässer – in der Agrarlandschaft möglich.

Weitere Informationen über Fördermöglichkeiten der Bereiche Landschaftspflege, Natur- und Artenschutz können über die drei auf dem Gebiet des Wartburgkreises tätigen NATURA 2000 Stationen sowie der Unteren Naturschutzbehörde eingeholt werden.

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