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Thüringen bewirbt sich als deutscher Standort des Neuen Europäischen Bauhaus

Das Kabinett hat gestern (15. Dezember) beschlossen, dass sich der Freistaat Thüringen unter Federführung des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft als deutscher Standort der Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“ der EU-Kommission bewerben wird.

Der Impuls, der mit der Bauhaus-Bewegung vor gut 100 Jahren von Thüringen aus in die Welt getragen wurde, hallt bis heute nach. Mit der Bewerbung als deutscher Standort des Neuen Europäischen Bauhaus wollen wir diesen Impuls erneut mit Leben füllen. Dafür werden wir bis zum Frühjahr ein umfassendes Konzept vorlegen und vor allem ein Netzwerk aus Experten und Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft aufbauen, das zeigt, dass unsere Ideen weitergehen und vorausgehen, sagte Minister Benjamin-Immanuel Hoff im Rahmen der Regierungsmedienkonferenz.

Die Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“ soll Bauästhetik mit Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und innovativen Ideen vereinen. Dafür wurde ein breit angelegter Prozess gestartet, mit dem bis zum Sommer 2021 eine gemeinsame Vision zum Europäischen Bauhaus gestaltet werden soll. 2022 soll dann an fünf Standorten in Europa ein Netz sogenannter Gründungs-Bauhäuser entstehen. Um einen solchen Standort wird sich Thüringen bewerben. Ministerpräsident Bodo Ramelow wird EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen über die Bewerbung Thüringens informieren.

Weimar ist die Wiege des Bauhauses. An welchem Ort, wenn nicht hier in Thüringen, könnte das Neue Bauhaus gedanklich, konzeptionell und nicht zuletzt auch praktisch ‘geboren‘ werden? Mehrere der Leitgedanken der EU für die anstehende Renovierungswelle wurden in Thüringen bereits in konzeptionellen Überlegungen und teilweise auch in der Praxis umgesetzt. Wir setzen uns politisch stark für ökologisch nachhaltige Baulösungen und -werkstoffe ein, aktuell und in den kommenden Jahren insbesondere für Bauen mit Holz. Wir haben mehr als nur den Willen an diesem Prozess aktiv mitzuwirken, so Hoff weiter.

Unter Federführung des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft werden – in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft – relevante Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Architektur, Stadtentwicklung und Wohnungsbau in einem „Thüringer Netzwerk Europäisches Bauhaus“ zusammengebracht. Mit dessen Expertise soll bis zum Frühjahr ein Konzept erarbeitet werden, das zeigt, wie die europäische Renovierungswelle in Thüringen thematisch und praktisch untersetzt werden kann.

Der „Europäische Grüne Deal“ und der damit verbundene Wandlungsprozess soll für die Bürgerinnen und Bürger in der EU greifbar gemacht werden. Das soll nach dem Vorschlag von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen durch eine Renovierungswelle für Europa erreicht werden. Begleitet wird diese von der Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“, die zu einem Perspektivwechsel im Bereich des nachhaltigen und energieeffizienten Bauens und Sanierens führen soll. Künftig sollen dabei nicht mehr nur technische und finanzielle Aspekte im Mittelpunkt stehen, sondern auch Ästhetik, Baukultur und Grundsätze der Stadtentwicklung eine zentrale Rolle spielen. Darüber hinaus soll erreicht werden, dass alle energetischen Prozesse in einem Stadtteil in eine Gesamtbetrachtung einfließen. Von wesentlicher Bedeutung sind außerdem soziale Aspekte wie die Bekämpfung von Energiearmut und die Bezahlbarkeit von renoviertem Wohnraum.

Als interdisziplinäres Projekt soll das „Neue Europäische Bauhaus“ an fünf Standorten in Europa individuelle und regional angepasste Ideen und Lösungen für das Bauen und Sanieren der Zukunft entwickeln und aufzeigen. Die Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“ fußt u. a. auf einem im Oktober von der EU-Kommission vorgelegten Strategiepapier, das eine Renovierungswelle für Gebäude vorsieht, mit deren Hilfe die europäischen Klimaziele effektiv erreicht werden sollen.

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