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Thüringen hat eine Rollstuhl-Handballmannschaft

Gründung unter Leitung des ehemaligen Handballbundesliga-Spielers Bernd Fichtner am Samstag in Eisenach im Beisein von Ministerpräsident Bodo Ramelow

Bernd Fichtner, einstiger Klasse-Rechtsaußen in der Handballbundesliga (beim ThSV Eisenach und TV Eitra), seit einigen Jahren selbst auf den Rollstuhl angewiesen, sich in Vereinsvorstand des ThSV Eisenach ehrenamtlich engagierend, hat das Projekt angeschoben, erste Vorbereitungstreffen fanden bereits statt, am Samstag war es so weit: Im Rahmen des Aktionstages „Gib niemals auf – 30 Jahre Selbsthilfe Wartburgregion“ fand die Gründung der ersten Thüringer Rollstuhl-Handballmannschaft statt. Der Ort des Aktionstages, der Thüringer Handballtempel, die Werner-Aßmann-Halle, war hierfür natürlich prädestiniert.  Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow streifte sich ein eigens vom ThSV Eisenach für ihn erstelltes Trikot mit der Nummer 56 über, nahm im Rollstuhl Platz und übernahm den Anwurf zu einem internen Freundschaftsspiel auf dem Parkett. Nahezu 150 Zuschauer, darunter das komplette Zweitbundesligateam des ThSV Eisenach mit Trainer Misha Kaufmann und Manager Rene Witte, die frisch gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete Tina Rudolf und der Behindertenbeauftragte des Wartburgkreises Karl-Heinz Böhme. Gekommen war auch Peter Krauß, Geschäftsführer der Hasselmann-GmbH aus Berka/Werra (Wartburgkreis), der die Finanzierung von 10 neuen Sportrollstühlen übernommen hat.

Peter Krauß gilt für dieses übergroße Engagement unser Dank, betonte Bernd Fichtner.

Er hob zugleich hervor, dass das Sanitätshaus und Orthopädietechnik Schindewolf + Schneider aus Eisenach preislich sehr entgegenkommend waren.

Zur Thüringer Rollstuhl-Handballmannschaft gehören bisher 16 weibliche und männliche Spieler aller Altersgruppen. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen, auch nur mal zum Reinschnuppern. Vierzehntägige Treffen sind vorgesehen. Auf dem Parkett sind jeweils 5 Feldspieler und 1 Torwart.

Ich möchte stets drei schwerbehinderte Spieler, körperlich oder geistig behindert, auf der Spielfläche haben, erklärt Bernd Fichtner.

Rollstuhl-Handball bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung in einer Mannschaft spielen. Zu den Teilnehmern gehörte Carolyn Mischke, die bei der TSG Ruhla aktiv Handball gespielt hat. Nach einer schweren Verletzung musste sie aufhören:

Ich kann es aber nicht ganz lassen.

Sie habe schon überlegt, Wasserball zu spielen, bis sie vom Rollstuhl-Handball erfahren hat.

Das ist eine coole Idee, sieht sie eine Alternative.

Gespielt wird auf einer normalen Handballfläche, lediglich das Tor wird auf 1,70 Meter (analog für E-Jugend-Spiele) verkleinert.

Wir wollen bei gemeinsamer sportlicher Betätigung vor allem Spaß haben, unterstreicht Bernd Fichter.

Diese Rollstuhl-Handballmannschaft sieht der ThSV Eisenach als weiteren wichtigen Mosaikstein im Vereinsleben.

Zunächst soll es, so Bernd Fichtner, Freundschaftsspiele mit anderen Rollstuhl-Handballteams geben.

In Hannover, Hagen und München bestehen bereits solche Teams, weiß Bernd Fichtner.

Mittelfristig sei an den Aufbau einer bundesweiten Liga gedacht. Bernd Fichtner wird dies mit vorantreiben.

Interessenten melden sich bei Bernd Fichtner unter Tel. 015233928529 oder auch schriftlich an ThSV Eisenach e.V., Bernd Fichtner, Sportpark 1, 99817 Eisenach.

Th. Levknecht

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