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Thüringen zum Primus moderner Gesundheitsversorgung machen

BARMER fordert Einrichten eines landeseigenen Klinik-Strukturfonds

Die Chancen für eine notwendige Modernisierung der Krankenhauslandschaft stehen in kaum einem Bundesland so gut wie in Thüringen. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Krankenhausreport der BARMER.

Thüringen ist vor allem den großen westlichen Bundesländern einen Schritt voraus, weil die Klinik-Dichte hierzulande vergleichsweise gering ist. Dadurch bietet sich die Chance, den Freistaat zum bundesweiten Primus moderner und zukunftssicherer Gesundheitsversorgung zu machen, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER.

Während anderswo noch über Klinikschließungen diskutiert werde, drehe sich die Debatte in Thüringen um das sinnvolle Weiterentwickeln von Krankenhausstandorten und der Gesundheitsversorgung insgesamt. Um die Weiterentwicklung umzusetzen schlägt die BARMER das Einrichten eines Landesgesundheitsfonds für zeitgemäße Versorgungsstrukturen vor.

Die Zeichen stehen auf Veränderung
Die Analysen im BARMER Krankenhausreport stellen fest, dass bundesweit Zehntausende Patientinnen und Patienten bei Problemen an Hüfte, Knie oder Herz ohne großen Aufwand in Kliniken mit mehr Erfahrung operiert werden könnten. In keinem dieser potenziell verlagerbaren Behandlungsfälle würden Fahrzeiten von mehr als 40 Minuten entstehen.

Auf Thüringen trifft das jedoch nicht zu. Aufgrund der vergleichsweise geringen Klinik-Dichte müssen bei häufigen Eingriffen wie Operationen an Hüfte, Knie oder bei Herzinfarkten längere Anfahrtswege bis zu einer erfahreneren Klinik in Kauf genommen werden. Insbesondere bei planbaren Eingriffen wie Hüft- und Knie-Operationen tun dies aber bereits viele Menschen, sagt BARMER-Landeschefin Birgit Dziuk.

Es sei unumstritten, dass das Bündeln von Leistungen Qualitätsvorteile bringt und die Menschen auch deshalb von sich aus oftmals eine erfahrenere Klinik auswählen. Und es sei Fakt, dass die Zeichen der Zeit auf Veränderung stehen.

Es herrscht zunehmend Personalmangel in den Krankenhäusern. Eine klaffende Finanzierungslücke bei den Investitionen schafft Fehlanreize. Beides ist weder der Qualität der erbrachten Leistungen noch der Patientensicherheit zuträglich, so Birgit Dziuk weiter.

Es müsse verhindert werden, dass die kleineren Krankenhäuser, insbesondere in ländlichen Gegenden, ins Aus geraten.

Versorgungsqualität im Fokus
Mit den Mitteln und Möglichkeiten eines landeseigenen Strukturfonds für zeitgemäße Versorgungsstrukturen kann Thüringen aus Sicht der BARMER die angesprochene bundesweite Vorreiterrolle einnehmen.

Die Menschen müssen sich auch weiterhin auf eine bestmögliche Gesundheitsversorgung verlassen können. Und zwar überall im Land, sagt Birgit Dziuk.

Damit das gelingen kann, brauche es eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausplanung, die sich nicht an der Zahl der Betten bemisst, sondern an Qualitätsparametern im Sinne der Patientensicherheit. Zudem müssten sektorenübergreifende Neuerungen in die Tat umgesetzt werden, beispielweise indem vom Aus bedrohte Kliniken zu integrierten regionalen Gesundheitszentren weiterentwickelt werden. Da in der modernen Medizin immer mehr Leistungen auch ambulant erbracht werden können, sei dies ein notwendiger Prozess, um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. In direktem Zusammenhang damit stehe auch der Ausbau der Telemedizin.

Politischer Wille ist gefragt

Eine Neuordnung der Gesundheitsversorgung im Land bedeutet vor allem auch Mut zu Veränderungen, sagt die BARMER-Landeschefin.

Mit der vom Land eingerichteten Zukunftswerkstatt gebe es ein Format, das die Akteurinnen und Akteure des hiesigen Gesundheitswesens zusammenbringt. Doch ohne eine aktive Rolle und strategische Steuerung durch das Thüringer Gesundheitsministerium gehe es nicht.

An Erkenntnissen und Ideen mangelt es nicht. Nun gilt es, die Visionen wahr und Thüringen langfristig lebenswert zu machen, so Birgit Dziuk.

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