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Thüringer Demokratiepreis: Eisenacher NSU-Projekt ausgezeichnet

Den 2. Platz erhielt das Jahresprojekt „Der NSU. Das Trauma eines Landes“ bei der Verleihung des Thüringer Demokratiepreises. Die Stadt Eisenach nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen.

Im November 2021 war es zehn Jahre her, dass die NSU-Terrorgruppe durch die Selbsttötung von zwei Mitgliedern in Eisenach beendet wurde. Die Preisträger wurden am Montagabend (29. November) in einer Online-Veranstaltung geehrt. Der Thüringer Demokratiepreis wurde zum achten Mal verliehen. Der 2. Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.

Oberbürgermeisterin Katja Wolf dankte für diese große Ehre.

Der unrühmliche Jahrestag des Endes des NSU war Anlass für das gemeinsame Projekt. Auch in Eisenach verbreiten Rechtsextreme ihre Ideologie und wollen diese gesellschaftsfähig machen. Demokratische Parteien, Vereine und die Bürgerschaft müssen sich zusammentun und sich klar dagegen positionieren, sagte die Oberbürgermeisterin.

Seit Herbst 2020 haben zahlreiche lokale und überregionale Kooperationspartner*innen im Rahmen dieses Projektes Ausstellungen, Theateraufführungen, Gesprächsrunden und Workshops organisiert.

Seit Frühjahr 2021 fanden folgende Projekte statt:
· Fotoausstellung von Paula Markert „Eine Reise durch Deutschland. Die Mordserie des NSU“ im ehemaligen DB-Reisezentrum im Bahnhof, verbunden mit einem Fotoworkshop zu „Identität“ / „Heimat“ / „Zuhause“ (Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen)
· Gemeinsames Theaterprojekt vom Theater am Markt und dem Landestheater Eisenach „Weißes Mäuschen – warme Pistole“ (bedingt durch den Lockdown digital umgesetzt, der Theaterfilm steht für Projekte in Schulen und für den Unterricht ab Klasse 10 zur Verfügung)
· Veranstaltungen mit MdL Katharina König Preuss und mit der Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen „Ezra“ (Jugendbüro RosaLuxx und Antifaschistische Linke)
· Bühne für Menschenrechte öffentliche Aufführung der „NSU-Monologe“ auf dem Nordplatz in Eisenach (DGB Wartburgkreis)
· Workshop „Jungen stark machen gegen Hass und Gewalt“ (Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach)
· Satellitenausstellung „Offener Prozess“ im Stadtschloss von „Kein Schlussstrich!“
· Demonstration am 4. November 2021 im Eisenacher Ortsteil Stregda und Gesprächsrunde der Fraktion Die Linke des Thüringer Landtags mit Semiya Şimşek-Demirtas, Tochter von Enver Simsek (erstes Opfer des NSU)
· Aufführung von „Altar der Rache“ auf dem Theaterplatz als Teil der Theaterinszenierung „Manifest(o)“

Das Jahresprojekt wurde gemeinsam organisiert und getragen von der Antifaschistischen Linken Eisenach, dem Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach, dem DGB-Kreisverband Wartburgkreis, der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V., dem Jugendbüro RosaLuxx, dem Landestheater Eisenach, der lokalen „Partnerschaft für Demokratie“ Eisenach und Wutha-Farnroda, dem Theater am Markt e.V. und der Stadt Eisenach.

Hintergrund: Der Thüringer Demokratiepreis wird seit dem Jahr 2013 verliehen. Er wurde geschaffen, um langfristigen Einsatz und innovative Arbeit für Demokratie anzuerkennen. Eine Jury hat aus 34 nominierten Projekten, Initiativen und Einzelpersonen die diesjährigen Preisträger*innen ausgewählt. Der Thüringer Demokratiepreis ist Teil des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. Es werden drei Hauptpreise und sechs Anerkennungspreise verliehen. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 9.000 Euro dotiert.

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