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Umsatzeinbrüche und Existenzangst – Thüringer Gastgewerbe am Abgrund

Nach der aktuellen Umfrage des DEHOGA Thüringen lag der Durchschnittsumsatz der geöffneten Betriebe im Thüringer Gastgewerbe im Januar 2022 bei weniger als der Hälfte (46 Prozent) gegenüber Januar 2019, also vor der Corona-Krise.

Jeder sechste Unternehmer (56 Prozent) sieht aktuell seine Existenz weiterhin gefährdet. Jeder vierte Betrieb (26 Prozent) im Thüringer Gastgewerbe ist derzeit aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation geschlossen.

Politik, und da fordere ich insbesondere die für Gesundheit und Arbeit zuständige Ministerin Werner auf, so Mark Kühnelt, Präsident des DEHOGA Thüringen, muss Optimismus geben. Stattdessen können nach 23 Monaten Pandemie immer noch planlos Maßnahmen normiert werden, die weder verständlich noch umsetzbar sind. Immer wieder sollen Einschränkungen und Verbote sanktioniert werden, die in ihrer Wirkung schon in Frage gestellt werden müssen. Die Behauptungen das unsere Branche Pandemietreiber wäre ist bislang durch nichts bewiesen, wird nur immer wieder behauptet, die angeführten Gutachten ist uns Ministerin Werner immer noch schuldig! Gastgewerbe und Tourismus brauchen positive Signale damit unsere Gäste wiederkommen und für die folgenden Monate buchen.

Wir brauchen endlich eine Perspektive und diese darf nicht immer wieder weiter verschoben werden, die Reserven der Unternehmer sind aufgebraucht, und ihre Geduld ist weit überstrapaziert, geht es doch um ihre Existenzen, mahnt Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen.

Ebenso, so Kühnelt weiter, brauchen wir für unsere Mitarbeiter endliche Perspektive, im Januar und Februar musste mehr als jeder siebente Unternehmer (27 Prozent) von Kurzarbeit Gebrauch machen, wobei weit mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Mitarbeiter davon betroffen waren. Das ist keinesfalls der Plan der Unternehmer. Bei 87 Prozent Klein- und Kleinstunternehmen im Thüringer Gastgewerbe sind die Reserven der Unternehmer schon lange aufgebraucht, da geht es schlicht um die Existenz. Wir wollten das Entgelt in der Branche spürbar verbessern, um Perspektiven auch für unsere Mittarbeiter zu geben, dies ist aber unmöglich bei einer solch schlechten geschäftlichen Situation. Dazu kommt noch, dass die Unternehmer bei Kurzarbeit die Sozialbeiträge nur noch zur Hälfte erstattet bekommen. Da muss dringend nachgebessert werden.

Wir fordern, so Dirk Ellinger, für die unmittelbar bevorstehende Verordnung massive Lockerungen. So muss, wie angekündigt, 3G für 2G kommen, die Sperrzeit muss fallen und die Anmeldungen von Veranstaltungen, ebenso wie die Beschränkung der Teilnehmerzahlen, müssen vor dem Hintergrund von Abstands- und Hygieneregelungen, welche wir seit Beginn der Pandemie in den Betrieben realisieren, endlich aufgehoben werden. Auch die Kontaktdatenerfassung, welche in den meisten Bundesländern nicht mehr realisiert wird und wo auch der wissenschaftliche Beirat seine Zweifel hegt, da die Gesundheitsämter überlastet sind, muss endlich fallen. Im Übrigen halten wir die Aussage des wissenschaftlichen Beirates im aktuellen Bericht mindestens bemerkenswert und hoffen das Ministerin Werner diese Anmerkungen endlich berücksichtigt.

Der wissenschaftliche Beirat führte aus:

Nach zwei Jahren der Pandemie hat die Bevölkerung bereits diverse Strategien und Handlungsempfehlungen aufgenommen und umgesetzt. Deshalb ist es wichtig, nicht allein die Maßnahmen zu kommunizieren, sondern auch ihre – fortbestehende oder neu entstandene – Notwendigkeit. Maßnahmen müssen einfach und nachvollziehbar sein.[1]

Genau dies fordern wir schon seit Sommer letzten Jahres!, so Ellinger abschließend.

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