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Wartburgkreis: Unterstützung für Beschäftigte bei Krach mit dem Chef

Rechtsschutz-Bilanz | 266 Streitfälle in der Region

Hilfe bei Zoff im Job: Ob im Restaurant, in der Lebensmittelfabrik oder in der Bäckerei – wenn Beschäftigte im Wartburgkreis handfesten Ärger mit dem Chef haben, dann ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ihre Fachleute auf den Plan. Im vergangenen Jahr waren die Rechtsexperten der NGG Thüringen insgesamt 266 Mal in der Region im Einsatz. Besonders häufig ging es dabei um unterschrittene, zu spät oder gar nicht gezahlte Löhne, Prämien und Sondervergütungen. Allein hier gab es 180 Streitfälle, wie aus der Rechtsschutz-Bilanz der Gewerkschaft hervorgeht. Die NGG-Region Thüringen hat 2021 rund 250.000 Euro für ihre Mitglieder erstritten.

Auch Corona hat für etliche Nachfragen gesorgt. Je nach Branche waren die Probleme unterschiedlich: Gastro- und Hotel-Beschäftigte suchten vor allem Rat beim Thema Kurzarbeit. In der Ernährungsindustrie, die in der Pandemie teils am Limit produziert, ging es hingegen häufiger um nicht gezahlte Zuschläge für Nachtarbeit und Überstunden, berichtet NGG-Geschäftsführer Jens Löbel.

Der Gewerkschafter appelliert an die Beschäftigten aus dem Lebensmittel- und Gastgewerbe, Missstände nicht hinzunehmen.

Viele Chefs kalkulieren damit, dass sich die Mitarbeiter nicht wehren – auch aus Angst um den eigenen Job. Der Rechtsschutz sorgt dafür, dass die Betroffenen zu ihrem guten Recht kommen und den Arbeitgebern die Rote Karte gezeigt wird. Notfalls vor Gericht, betont Löbel.

Die Berater kümmerten sich dabei auch ums Sozialrecht: Die Palette reiche hier vom ausbleibenden Krankengeld bis hin zur rechtswidrigen Kündigung. Bei einer Insolvenz können Beschäftigte ebenfalls Hilfe bekommen, so die NGG. Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und Rechtsschutz hat, wer Mitglied einer DGB-Gewerkschaft ist.

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