„Wir sind überzeugt, uns Power für den Klassenerhalt zu erarbeiten.“

Bildquelle: ThSV – Teamfoto des ThSV Eisenach: Hintere Reihe v.l.: Mannschaftsarzt Dr. med. Enrico George, Mannschaftsarzt Dr. med. Marcus Jahnecke, Elias Scholtes, Stephan Seitz, Dominik Solák, Justin Kurch, Oskar Joelsson, Tillman Leu, Gian Attenhofer, Mannschaftsarzt Dr. med. Tilo Trommer, Athletiktrainer Jonas Frühbote; Mittlere Reihe v.l.: Sportlicher Leiter Maik Nowak, Cheftrainer Sebastian Hinze, Aleksandar Čaprić, Jannis Schneibel, Matija Špikić, Mats Grupe, Silvio Heinevetter, Bastian Freitag, Moritz Ende, Vukašin Antonijević, Torwarttrainer Stanislaw Gorobtschuk, Co-Trainer Lars Halfmann; Vordere Reihe v.l.: Mannschaftsbetreuer Volker Wesemann, Mannschaftsbetreuer Frank Kubald, Mannschaftsbetreuer Patrick Theuvsen, Felix Montebovi, David Móré, Peter Walz, Felix Aellen, Maarten Elwert, Marec Stupka, Physiotherapeut Martin Münzberg, Physiotherapeut Richard Freytag
ThSV Eisenach startet mit einem Auswärtsspiel bei der SG Flensburg-Handewitt ins Unternehmen Klassenerhalt
Dass Handballikone Stefan Ketzschmar den ThSV Eisenach in seiner Saisonvorbetrachtung erneut ins Abstiegsfeld einordnet, schreckt beim Thüringer Traditionsverein keinen auf. Beim ThSV Eisenach weiß jeder, der Klassenerhalt heißt auch in der Saison 2026/2027 das große Ziel. „Wir sind überzeugt, uns Power für den Klassenerhalt zu erarbeiten“, erklärt Eisenachs Cheftrainer Sebastian Hinze nahezu trotzig. Er mahnt Demut an. Damit ist der ThSV Eisenach in den letzten Jahren gut gefahren. „Ich habe Vertrauen in unsere nochmals verjüngte Mannschaft. Was ich einfordere, setzt sie überragend um. Wir müssen uns aufeinander verlassen, um uns entwickeln zu können“, fügt Sebastian Hinze vor seinem zweiten Jahr unter der Wartburg hinzu.

„Das System ist der Chef.“
Sein Team muss den Verlust seines zum TBV Stuttgart abgewanderten Abwehrchefs Philipp Meyer verdauen. „Wir müssen unser Abwehrsystem nicht komplett umstellen, nicht alles über den Haufen werfen. Anpassung an die personelle Situation ist angesagt“, erklärt der neue Vizekapitän Stephan Seitz. (Peter Walz wurde erneut als Kapitän gewählt.) „Das System ist der Chef. Jeder hat seine Rolle. Jeder trägt Hauptverantwortung, jeder weiß um seinen Job“, erläutert Sebastian Hinze. Es gelte nach jedem Spiel genau zu analysieren, auf einem höheren Niveau die Vorbereitung für die nächste Aufgabe anzugehen. Jedes Spiel sei ein Schlüsselspiel, unterstreicht Sebastian Hinze. „Wir verfolgen eine Gesamtidee, wie wir erfolgreich Handball spielen wollen, haben feste Kennziffern und dann hohe Chancen, um Bundesligaspiele zu gewinnen“, so der Eisenacher Coach. „Wir wollen diszipliniert auftreten, uns nicht vom Weg abbringen lassen, bauen natürlich auch auf die für den sportlichen Gegner unangenehme Werner-Aßmann-Halle“, fügt Stephan Seitz hinzu. In den Vorbereitungsspielen lief es im Angriff schon ganz gut. Felix Aellen und Stephan Seitz sollen – wie in der Vorsaison – das Angriffsspiel prägen. Dominik Solak könnte eine wichtige Rolle im linken Rückraum und in der Abwehr zufallen.

Zum Auftakt gleich die weiteste Fahrt
Der ThSV Eisenach startet das Unternehmen Klassenerhalt bei einem Spitzenklub, dessen Rückraumspieler, der Ex-Eisenacher Marko Grgic, als Saisonziel ausgegeben hat, um den Titel mitzuspielen. Die Wartburgstädter gastieren zum Saisonstart am Freitag, 28.08.2026 bei der SG Flensburg-Handewitt (Anwurf um 20.00 Uhr in der GGW Arena, vormals Flens-Arena, Campushalle und GP JOULE Arena). „Eine große und schwere Aufgabe. Wir brauchen ganz viel Energie, um was reißen zu können“, blickt Stephan Seitz auf das Gastspiel bei der mit viel Weltklasse besetzten SG Flensburg-Handewitt. Es sei immer was Besonderes in der „Hölle Nord“ zu spielen. Die weiteste Reise der Saison schürt aber auch die Vorfreude auf die gesamte Saison in der stärksten Liga der Welt. Der Einzug in die nächste DHB-Pokal-Hauptrunde am vergangenen Wochenende (34:26-Erfolg beim TSV Bayer Dormagen) dürfte den Wartburgstädtern Rückenwind gegeben haben. Die Eisenacher haben bis auf Jannis Schneibel, der nach langwieriger Verletzung an seinem Comeback arbeitet, alles an Deck. Auch Neuzugang Elias Scholtes (kam vom Bergischen HC) steht seit knapp drei Wochen im Mannschaftstraining. Die linke Angriffsseite wird von den Neuzugängen David More (von den Rhein-Neckar Löwen) und Felix Montebovi (vom HK Malmö) besetzt. Die Favoritenrolle liegt freilich klar beim Gastgeber, der personell alles an Deck hat. Marko Grgic warnt freilich sein Team, die Aufgabe ThSV Eisenach werde kein Selbstläufer, dazu sei seine ehemalige Mannschaft zu stark.

Klar favorisierte Flensburger haben personell alles an Deck
„Na klar, wir wollen mit einem vollen Erfolg in die Saison starten, haben unser stärkstes Aufgebot zur Stelle. Wir wollen konzentriert unseren Matchplan durchziehen, in der Abwehr kompakt stehen und von Beginn die Partie dominieren “, erklärt Marko Grgic, der im Sommer 2025 vom ThSV Eisenach zur SG Flensburg-Handewitt gewechselt war. Potential für den Titel steckt zweifellos in den Reihen der Nordlichter. Einen Ausrutscher gegen den Underdog aus Thüringen will man sich keineswegs leisten.
Die SG Flensburg-Handewitt hat den Verlust von Kapitän Johannes Golla zu verkraften, der im Deckungs-Innenblock und im Angriff am Kreis schier unersetzlich war. Johannes Golla trägt nun aber das Trikot der MT Melsungen. In der Vorbereitung probierte Trainer Ales Pajovic auch mal mit Marko Grgic im Innenblock. „Ob ich da zum Einsatz komme, weiß ich noch nicht“, ließ Marko Grgic am Dienstagabend wissen. Wohl eher wird 120-Kilo-Mann Blaz Blagotinsek, wenn er fit ist, im Innenblock stehen. Neu im Team steht Regisseur Aymeric Minne. Der vom HBC Nantes gekommene Franzose soll Kopf der Mannschaft werden. Im Torhüterteam gab es auch einen Wechsel. Kevin Möller ging zu GOG Gudme (Dänemark), der Schwede Simon Möller kam von Fenix Toulouse HB. Die Nummer 1 trägt weiterhin Benjamin Buric.
Beim von der Firma „Kötter Security“ präsentierten Wartburg-Cup trafen der ThSV Eisenach und die SG Flensburg-Handewitt aufeinander. Die Norddeutschen bogen erst in der Schlussviertelstunde auf die Siegerstraße, beendeten die Partie mit einem 31:28-Erfolg. Sie bezwangen im Turnierverlauf sogar den SC Magdeburg 33:32 und holten sich den Pokal. Keeper Benjamin Buric parierte in der Werner-Aßmann-Halle die entscheidenden Bälle.
Tickets. Es gibt noch wenige Sitzplatz- und einige Stehplatz-Eintrittskarten im Online-Ticketshop der SG unter www.sg-tickets.com
Öffnungszeiten und Anwurf. Die Türen der GGW Arena sowie die Tageskasse öffnen um 18.30 Uhr. Anwurf ist um 20.00 Uhr.
Fernsehen. DYN überträgt ab 19.45 Uhr „live“.