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Zahl der Wildunfälle auf Rekordhoch

Vorsicht Wildwechsel: Viele Autofahrer haben das Frühjahr nach dem langen Winter herbeigesehnt, aber mit den Temperaturen steigt leider auch das Risiko von Wildunfällen. Die deutschen Autoversicherer haben 2019 fast 300.000 Wildunfälle registriert – so viele wie nie zuvor. Die Dunkelziffer dürfte allerdings noch viel höher sein, denn nicht jeder Wildunfall wird auch gemeldet. Gerade in der Dämmerung und bei Nacht sollten sich Autofahrer jetzt auf häufigeren Wildwechsel einstellen. Die Zeitumstellung hilft dabei nicht: Mit ihr ändert sich zwar das Verkehrsaufkommen zu bestimmten Tageszeiten, nicht aber der Rhythmus der Tiere. Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen rät an Gefahrenstellen zu erhöhter Bremsbereitschaft und angepasster Geschwindigkeit.

In den Monaten April und Mai ereignen sich nach aktuellen Zahlen die meisten Unfälle mit Wildtieren. Besonders in unmittelbarer Nähe zu Feldern und Wäldern müssen Autofahrer daher gerade jetzt mit plötzlich auftauchendem Wild rechnen. In diesen Bereichen müssen sie immer darauf gefasst und mit entsprechender Weitsicht unterwegs sein, gibt Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen zu bedenken.

Streckenabschnitte mit erhöhtem Wildwechsel sind durch das bekannte „Wildwechsel“-Verkehrsschild mit dem springenden Hirsch gekennzeichnet. Hier sollten Autofahrer stets aufmerksam unterwegs sein und ihr Tempo anpassen. An hochkritischen Wildgefahrenstellen sind die Leitpfosten inzwischen meistens mit zusätzlichen Wildwarnreflektoren ausgestattet. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen werden jedes Jahr tausende Verkehrsteilnehmer von den Tieren auf der Straße überrascht. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben die Autoversicherer 2019 rund 295.000 Wildunfälle registriert. Dabei verunglückten 2.867 Kraftfahrer, 584 davon schwer. 12 Menschen starben bei einem Wildunfall.

Personenschäden kommen vor allem dann hinzu, wenn das Tier bei hoher Geschwindigkeit ins Fahrzeuginnere katapultiert wird oder es in der Schrecksekunde aufgrund von Ausweichmanövern zu einem Folgeunfall kommt, weiß Unfallexperte Achmed Leser zu berichten.

Kommt es zu einem Zusammenprall mit Wildtieren, wird in den meisten Fällen ein erheblicher Sachschaden am Fahrzeug verursacht. Die GDV-Statistik weist für die Wildunfälle in 2019 insgesamt einen Sachschaden von 885 Millionen Euro aus. Das ist ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Jeder Wildunfall schlägt dabei im Schnitt mit knapp 3.000 Euro pro Pkw zu Buche.

Quert Wild unverhofft die Fahrbahn, hat der Kraftfahrer oft kaum Zeit zu reagieren. Anstatt auszuweichen sollte lieber eine beherzte Vollbremsung eingeleitet werden. Die Folgen eines Ausweichmanövers sind oftmals schwerwiegender als mit dem Tier zu kollidieren. Solche Folgeunfallschäden sind im Zweifel nicht durch die Teilkasko abgedeckt. Diese reguliert normalerweise nur Fahrzeugschäden durch Haarwild, erläutert Schadengutachter Leser.

Um einem Wildunfall aus dem Weg zu gehen, sollten Autofahrer daher an Gefahrenstellen die Geschwindigkeit vorsorglich reduzieren und permanent bremsbereit sein.

Ein Wildunfall ist unter allen Umständen unverzüglich der nächsten Polizei- oder Forstdienststelle zu melden. Diese stellen dem Geschädigten eine Wildunfallbescheinigung aus, die für die Schadenregulierung mit der Versicherung benötigt wird. Angefahrene oder getötete Tiere dürfen auf gar keinen Fall mitgenommen werden.

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