Geschützte Feldhasen werden weiterhin bejagt – warum?

Bildquelle: Frank Derer
Der Feldhase in Thüringen steht immer noch auf der Roten Liste und gilt als gefährdet. In einigen Regionen mit intensiver Landnutzung, sehr großen Feldern, kaum Versteckmöglichkeiten und wenig Abwechslung beim Nahrungsangebot steht es um ihn besonders schlecht, so der NABU Thüringen. Trotzdem werden in der jährlichen Thüringer Jagdstrecke über 1.000 Tiere aufgeführt und die Tierart wird nach wie vor aktiv bejagt.
In manchen Gegenden Thüringens hat sich seine Situation erfreulicherweise in den letzten Jahren verbessert, insgesamt ist der Bestand des Feldhasen aber noch weit von dem entfernt, was früher in Thüringen anzutreffen war. Laut NABU Thüringen braucht es vor allem eine weiträumige Verbesserung der Lebensräume. Das bedeutet zum Beispiel mehr Brachen zuzulassen, Ackerrandstreifen anzulegen, Hecken zu pflanzen und zu pflegen sowie eine Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung. Davon profitieren neben dem Feldhasen auch viele andere heimische Tierarten wie Feldlerche und Wiesenpieper, aber auch Bienen und andere Insekten.
Angesichts der Gefährdung des Feldhasen und des Artensterbens ist es aus Sicht des NABU Thüringen wichtig, dass sich die Landesregierung aktiv für die Förderung der Artenvielfalt auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen einsetzt. Hierzu ist ein Aktionsprogramm Biodiversität dringend notwendig. Dieses müsste über alle Naturräume und Landnutzungsformen hinweg einen Mindestanteil von zehn Prozent echter ökologischer Vorrangflächen sichern und die dafür notwendigen Förderinstrumente zur dauerhaften Pflege bereitstellen. Die so entstehenden Blühstreifen, Brachen, Ackerraine und Hecken sind der Schlüssel zum Schutz von Feldhase und Co.