Thüringen hat immer noch Nachbesserungsbedarf beim Herdenschutz

Bildquelle: Adobe Stock, Klaus Haase – Rotwild

Die aktuellen Zahlen des Thüringer Umweltministeriums zu Schadereignissen bei Nutztieren zeigen, dass einige Thüringer Nutztierhaltende immer noch Probleme haben, ihre Herden ausreichend vor Übergriffen von Wölfen und auch Hunden zu schützen. Besonders auffällig sind im Jahr 2025 die Übergriffe auf in Gatterhaltung gehaltene Tiere wie Damwild, Muffelwild und Rotwild. Auch Rinder sind wieder verstärkt betroffen. Laut der Statistik lag in keinem der erfassten Fälle ein optimaler Herdenschutz vor. Auch wenn Herdenschutzmaßnahmen bei Rinder- oder Pferdehaltung nicht zwingend erforderlich sind, können auch Rinder und Pferde mit moderner Herdenschutztechnik hinreichend vor Rissereignissen geschützt werden.

„Die Statistik zeigt deutlich, dass es in Thüringen immer noch Nachbesserungsbedarf beim effektiven Herdenschutz gibt. Aus den Angaben geht hervor, dass sich Tierhaltende, die ihre Tiere, wie zum Beispiel Damwild mit festen Gattereinrichtungen schützen, noch nicht auf die Anwesenheit von Wölfen eingestellt haben. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Rinderhaltung“, sagt Silvester Tamás vom NABU Thüringen. „Laut der Statistik des Umweltministeriums sind auch immer wieder Hunde für Rissereignisse verantwortlich. Umso wichtiger ist es, den effektiven Herdenschutz noch weiter auszubauen und proaktiv auf Tierhaltende zuzugehen und zu beraten, anstatt ihnen vorzumachen, dass eine Jagd auf Wölfe ihre Herden schützt. Diese Argumentation ist brandgefährliche Augenwischerei.“

Darum appelliert der NABU Thüringen an die Landesregierung, den Herdenschutz weiter voranzubringen und die Weidetierhaltenden mit wirksamen Herdenschutzmaßnahmen und Beratungsangeboten zu unterstützen. Die Etablierung eines Herdenschutz-Zentrums für Beratung, Schulung und Austausch ist unerlässlich und böte den Menschen im ländlichen Raum eine wirkliche Unterstützung. Der Jagd auf Wölfe erteilt der NABU eine klare Absage. In Zeiten des Artenschwundes ist stumpfe Waffengewalt keine Lösung, sondern schafft nur weitere neue Probleme.

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