Trockenheit entgegenwirken – Schwammlandschaften entwickeln

Bildquelle: J. Ehrhardt – v. l. n. r. Andreas Marius, Nicole Hanelt, Martin Schmidt, Franziska Hermsdorf, Karsten Nent, Michael Nickel, und Christian Lärz

Der NABU Thüringen fordert auf seiner Landesvertreterversammlung von der Landesregierung, ein Auenwiederbelebungsprogramm umzusetzen 

Jena/Weimar – Angesichts von vermehrter Hitze, Dürre, Niedrigwasser, sinkender Grundwasserspiegel und Waldbränden fordert der NABU Thüringen auf seiner Landesvertreterversammlung in Weimar-Holzdorf die Funktionalität der Natur wieder herzustellen. Thüringen muss sich wieder in Richtung einer Schwammlandschaft entwickeln.

„Jahrzehntelang wurde die Landschaft trockengelegt und entwässert. Aus den Feldern, Wiesen und Wäldern wird das Wasser unter anderem durch Drainagen und Wegebau herausgeleitet. Was wir aber brauchen, sind Schwammlandschaften, die Wasser lange speichern und in denen es langsam vor Ort versickern kann“, sagt Martin Schmidt, der neu gewählte Landesvorsitzende des NABU Thüringen. „Um gegen die mit Hitze und Dürre einhergehenden Krisen gewappnet zu sein, muss unsere Natur in weiten Teilen wiederhergestellt werden. Intakte Moore, naturnahe Wälder Auen und andere Ökosysteme können Kohlenstoff speichern, die Artenvielfalt erhalten und sich zugleich besser gegen die Folgen der Klimakrise wappnen. Gerade angesichts von Niedrigwasser und Waldbränden kommt diesem Zusammenspiel eine wachsende Bedeutung zu.“ Der NABU-Landesvorsitzende fordert deshalb von der Landesregierung, ihr Versprechen an die Wählerinnen und Wähler wahr zu machen und das im Koalitionsvertrag vereinbarte Aktionsprogramm zur Wiederbelebung der Bach- und Flussauen sowie eine entsprechende Förderkulisse umzusetzen. Das Programm bringt zudem umfangreiche Synergieeffekte mit sich und es können damit wichtige Ziele der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur und der Wasserrahmenrichtlinie erreicht werden.

Ein weiteres Problem, was die etwa 100 Delegierten an diesem Tag beschäftigt, ist die Vogelfalle Glas. Über 100 Millionen Vögel in Deutschland sterben jährlich schätzungsweise im Zusammenhang mit einem Aufprall gegen Fenster und Glasfassaden. „Die Zahl der Vogelopfer an Glasscheiben muss minimiert werden“, fordert Martin Schmidt. „Vogelfreundliche Markierungen auf Glasflächen, strukturiertes Vogelschutzglas und außenliegende Markierungen können hierbei wirksam helfen. Bei Neubauten und Sanierungen sollte diese Gefahr schon von vornherein bei der Planung mit bedacht werden. Große verglaste Bauten ohne Vogelschutzmaßnahmen müssen der Vergangenheit angehörten.“

Als neuer Landesvorstand wurde von den Delegierten Martin Schmidt als Vorsitzender, Dirk Hofmann als stellvertretender Vorsitzender und Karsten Nent als Schatzmeister gewählt. Als Beisitzer wurden Nicole Hanelt, Franziska Hermsdorf, Michael Nickel, Andreas Marius und Christian Lärz als Vertreter der NAJU (Naturschutzjugend) gewählt. Verabschiedet aus dem Landesvorstand haben sich Anja Zimmermann, Christian Speck, Lutz Reißland und Stefan Mickel. Ihnen wurde für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit der Dank ausgesprochen

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