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Baumkronenpfad eröffnet

Der Nationalpark Hainich, der erste Buchenwald-Nationalpark in Deutschland, hat ein neues Wahrzeichen. Am Freitag wurde der Baumkronenpfad an der Thiemsburg feierlich eröffnet.

Der Baumkronenpfad in einem alten und strukturreichen Baumbestand, praktisch einem Urwald, ermöglicht allen Besuchern neue Einsichten und faszinierende Blickwinkel in den Lebensraum Wald.
Davon profitieren Touristen, aber auch die Umweltbildung sowie Wissenschaft und Forschung.

Die Idee zu einem Baumkronenpfad gab es schon 1997 und ein Jahr später wurde eine Projektstudie erarbeitet. 1999 entschied man sich für den Standort in der Nähe der Thiemsburg an der Grenze zum Wartburgkreis. Weitere Studien zur Machbarkeit und Finanzierung schlossen sich an. 2004 starteten die konkreten Planungen. Die Firma Vollack begann im September 2004 mit den Arbeiten, der Rohbau war im April dieses Jahres fertig und die letzten Arbeiten betrafen den Innenausbau sowie die Gestaltung des Umfeldes.
Rund zwei Millionen Euro wurden investiert. Nach dem Rückzug von privaten Investoren übernahm die Stadt Bad Langensalza die Finanzierung über einen Kommunalkredit. Weitere Gelder kamen aus Fördertöpfen und von der Deutschen Stiftung Umwelt.

Bürgermeister Bernhard Schönau zur Eröffnung: «Erkunden können sie einen Baumturm mit Baumhaus, der mit insgesamt 44 Metern über die Wipfel der Bäume ragt, und einen Pfad, der sich rund 300 Meter lang durch die Kronen schlängelt. Unterwegs begegnen ihnen Fledermaus, Specht, Schillerfalter, Wildkatze und andere Bewohner des Buchenurwaldes».

Vom Turm hat man einen schönen Rundblick über den Hainich und das Thüringer Becken.
Im Oktober wird der Baumkronenpfad noch einen Fahrstuhl erhalten, damit behinderte Menschen ebenfalls den Pfad nutzen können.

Auf dem Pfad sind an markanten Punkten Holzplastiken einheimischer Künstler ausgestellt, so auch vom Eisenacher Hardy Raub, was natürlich OB Gerhard Schneider freute. Auch die amtierende Rosenkönigin aus Bad Langensalza arbeitet in Eisenach. Sie traf den OB in 44 Meter Höhe.

Auf einer Höhe von zehn Metern beginnt der Pfad und endet bei 24 Metern am Turm. Von dort geht es weiter über Außentreppen auf 44 Meter zur Plattform.

Natürlich hat Bürgermeister Schönau noch Visionen, die jedoch nur mit weiteren Geldern realisiert werden können. Der Pfad sei aber ausbaufähig geplant. Er wünsche sich, das man auch in den unterirdischen Lebensraum der Bäume, die Wurzeln sehen kann.

Für Führungen stehen Nationalpark-Ranger zur Verfügung. Der Eintritt kostet für Erwachsene sechs Euro, geöffnet ist der Pfad April bis Oktober 10 bis 19 Uhr und November bis März 10 bis 16 Uhr. Voranmeldungen und Buchungen: Tourismusverband der Thüringer Nationalparkregion Bad Langensalza (03603-892658).

Zu erreichen ist der Baumkronenpfad mit dem Bus oder PKW (von Bad Langensalza in Richtung Craula oder von Eisenach über Behringen/Craula). Man kann den Pfad auch erwandern.

Rund um den Nationalpark arbeitet die Nationalparkverwaltung schon seit 1998 zusammen mit den Tourismusverbänden, den Gemeinden und den ortsansässigen Unternehmen an der Aufrechterhaltung und Verbesserung des Informationsangebots, so das Landwirtschaftsministerium.

Zurzeit gebe es vier Informationszentren, die fast ausschließlich über Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes betreut würden. Die dort geleistete Arbeit ist Teil eines breit angelegten Umweltbildungsangebotes, das auf unterschiedliche Altersklassen abgestimmt ist. Darüber hinaus werden Informationen zur Region und der im Hainich vorhandenen Infrastruktur angeboten. Mit ihrer Arbeit tragen die Informationszentren nicht nur zur Umsetzung der Ziele des Nationalparks bei, sondern auch zur regionalen Entwicklung. Davon profitiert zum einem die Tourismusbranche, insbesondere das Gaststättengewerbe und die Hotelbranche sowie der Einzelhandel.

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