Biber wieder aktiv im Wartburgkreis

Gehölze an Gewässerrändern können wirkungsvoll geschützt werden

Seit dem Jahr 2009 ist der Biber wieder heimisch in den Gewässern des  Wartburgkreises. Vorher war die Art Castor Fiber in Thüringen durch intensive  menschliche Bejagung etwa 400 Jahre lang ausgestorben, obwohl Biber in Europa  seit etwa 15 Millionen Jahren zur Tierwelt gehört. Die Rückkehr der Nager ist  problematisch, weil die Tiere ihre Umgebung durch Grabungen, den Bau von  Dämmen und durch Nage- bzw. Fraßaktivitäten nachhaltig schädigen. Das sorgt für Konflikte, denn vor allem Gewässeranrainer sind von den Schäden  betroffen. Wenn Obstbäume angenagt oder forstwirtschaftlich bedeutsamer  Baumbestand förmlich gefällt werden, ist das ärgerlich und ein Verlust in der  Kulturlandschaft.  

Fraßschäden sind vermeidbar – Naturschutzbehörde gibt Tipps 

Ein wirksamer Baumschutz gegen Biberschäden ist im Regelfall preiswert, einfach zu  installieren und das notwendige Material ist in jedem Baumarkt zu erwerben. Grundstückseigentümer sind dafür verantwortlich, dass vom eigenen Grundstück  keine Gefahr ausgeht. Deshalb ist es empfehlenswert, schon bevor Nagespuren  auftreten, die Bäume zu schützen, wenn sie an ein Gewässer angrenzen. Dabei  sollte man wissen, dass Biber die Bäume bis zu einem Abstand von 50 Meter zu  deren Wohngewässer annagen können. 

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Als wirksamer Baumschutz sind formbare Drahtgitter aus verzinktem Eisen mit  Drahtstärken größer zwei Millimeter und Maschenweiten bis maximal zehn  Zentimeter zu empfehlen. Besonders gut eignen sich Estrichgitter (1,00m x 2,00m),  die zu einem Gitterkorb um den Baum gewickelt und an den überlappenden Stellen  mit Kabelbindern fixiert werden. Auch Viereckgeflecht, Wildschutzzaun und 

Volierenzaun (über zwei Millimeter Drahtstärke) sind gut zu verwenden. Diese  müssen allerdings durch Metall- oder innenseitig angebrachte Holzpfähle verstärkt  und mit Metallkrampen am Boden befestigt werden, um zu vermeiden, dass der Biber  sie hoch- oder umdrückt.  

Materialien wie Kunststoff, Teppich, Folien, Hasendraht und Gitter aus Aluminium  bieten keinen geeigneten Baumschutz, weil die Bisskraft des Bibers deutlich stärker  ist. Da sich der Biber zum Nagen auch auf seine Hinterbeine stellt, muss ein Baum  inklusive seiner Wurzelausläufer vom Boden aus bis in mindestens ein Meter Höhe  geschützt werden. Das entspricht der Größe des Bibers.  

Wer eine sehr große Zahl an Gehölzen schützen muss, wie zum Beispiel Eigentümer  von Streuobstwiesen oder vieler Kopfbäume (Bäume, die auf einer Höhe von  zwischen ein und drei Meter eingekürzt sind), kann sich bezüglich einer  Förderanfrage an das Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs (KWBL) wenden. Die  Anlaufstelle bietet telefonische Beratung und ist unter 0361/573941-941 oder per E Mail an kompetenzwbl@tmuenf.thueringen.de zu erreichen. 

Das Umweltamt des Landratsamtes Wartburgkreis nimmt ebenfalls Anfragen und  Hinweise auf Biber entgegen und steht telefonisch unter 03695/61-6701 und per E Mail an umwelt@wartburgkreis.de zur Verfügung. 

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