Anzeige

Luchsnachwuchs „Norik“ streift jetzt durch den Nationalpark Kalkalpen

Als erstes Mitglied der Luchsfamilie im BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda streift nun Luchs „Norik“ durch den Nationalpark Kalkalpen in Österreich

Wir sind sehr glücklich, dass nun erstmals Nachwuchs unseres Luchspärchen Kaja und Looki in die Freiheit entlassen wurde, freut sich Dr. Katrin Vogel, Geschäftsführerin der Wildtierland Hainich gGmbH. Im Mai 2021 wurden drei Luchse in Hütscheroda geboren. Im Mai 2022, als Luchsin Kaja wieder trächtig war, zogen die drei zunächst in ein Auswilderungsgehege in Maßweiler (Rheinland-Pfalz). Von dort ging es am Freitag nach Österreich. Der anderthalbjährige Norik unterstützt nun die kleine Population in den Kalkalpen und wird hoffentlich mit den dort lebenden Weibchen in den nächsten Jahren für viel Pinselohr-Nachwuchs sorgen., so Vogel weiter.

Seit Jahren wartet man im Nationalpark Kalkalpen vergeblich auf Nachwuchs. Die fünf Luchse dort sind zu wenig für einen dauerhaften Bestand und der einzige Kuder in der Gegend ist augenscheinlich zeugungsunfähig.

Es ist ein schöner Erfolg, dass schon in diesem Jahr ein Kuder aus der Nachzucht des Wildkatzendorfs eine wildlebende Luchspopulation unterstützen kann. Mit unserem Projekt „Trittstein Thüringer Wald“ wollen wir gemeinsam mit der Wildtierland Hainich gGmbH (Wildkatzendorf) und dem WWF Deutschland die Voraussetzungen für die Vernetzung bisher voneinander isolierter Luchspopulationen in Deutschland schaffen. So stellen wir die Weichen für eine Auswilderung von Luchsen im strategisch wichtigen Thüringer Wald ab 2024., erläutert Sebastian König, Geschäftsführer des BUND Landesverband Thüringen e.V.

Das große, sehr naturnahe Luchsgehege, welches die Luchsfamilie in Hütscheroda bewohnt, wurde vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz gefördert. Die Luchse fühlen sich dort so wohl, dass es bereits dreimal Nachwuchs gab. In den kommenden Monaten wird wieder mit Förderung durch Umweltministerium ein „Koordinationsgehege“ gebaut. In diesem Gehege können die für eine Auswilderung vorgesehen Tiere unter möglichst naturnahen Bedingungen und ohne Kontakt zu Menschen aufwachsen. Erste Bewohner werden die beiden Jungluchse sein, die im Mai 2022 in Hütscheroda das Licht der Welt erblickten. Auch Luchse aus anderen Zuchtgehegen können dort bis zu einer Auswilderung gehalten werden. Das Wildkatzendorf möchte mit diesem Gehege Teil eines Netzwerkes aus Zoos und Wildgehegen werden, welches sich die Zucht geeigneter Luchse für Freilandprojekte auf die Fahnen geschrieben hat.

Hintergrund Das Projekt „Trittstein Thüringer Wald – Die Rückkehr des Luchses nach Mitteldeutschland“ wird gefördert als Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL). Aus Mitteln des europäischen ELER-Fonds wird, kofinanziert durch den Freistaat Thüringen, in die ländlichen Gebiete investiert.

Anzeige
Top