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Lesung aus Max Mannheimers Werk „Spätes Tagebuch“ im Planetarium

Am Donnerstag, 11. November 2021 findet im Planetarium in Bad Salzungen um 20 Uhr eine Lesung von Michael Stacheder statt, der aus Max Mannheimers Werk „Spätes Tagebuch“ liest.

Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.

Dieses mahnende und auftraggebende Vermächtnis Max Mannheimers, des unermüdlichen Aufklärers und Shoah-Überlebenden, hat in den zurückliegenden Jahren, Monaten und Wochen an trauriger Aktualität gewonnen. Antisemitismus, Rassismus und Feindseligkeit gegenüber anderen Kulturen hat deutlich zugenommen.

Das Verstörende darf uns aber nicht lähmen, sondern wir müssen stärker aktiv werden. Wir dürfen nicht länger schweigen, wegsehen und es tolerieren, dass sich die Sprache von Hass und Hetze in unserer Mitte festsetzt und sich radikalisiert in rassistischen Terror- und Gewalttaten. Wir, als Zivilgesellschaft, sind gefordert, wir tragen die Verantwortung, dass in unserer Gesellschaft ein demokratisches Miteinander gelebt wird. Wir müssen einstehen für eine kulturverbindende und lebendige Gemeinschaft. Wir haben es in der Hand und die Verantwortung, dass „es nicht mehr geschieht, mahnt Michael Stacheder.

Seit 2019 besucht der Regisseur und Schauspieler Schulen, Kulturhäuser und Bibliotheken, liest und erzählte dort aus Max Mannheimers Spätes Tagebuch, aus dessen Erinnerungen an das Überleben in Theresienstadt, Auschwitz und Dachau.

Max Mannheimer hat alles durchlitten, was einem Menschen in dem von den Deutschen entfesselten Inferno zustoßen konnte: Demütigung, Vertreibung, Internierung im Ghetto, Tod fast der ganzen Familie in der Gaskammer, Arbeitslager und KZ, Hunger, Krankheit und Misshandlung. Wie durch ein Wunder hat er die Hölle überlebt. Mannheimer sprach lange nicht über das, was er erlebt hatte. Erst, als er sich irrtümlich seinen Tod nahe glaubte, entschloss er sich, für die Nachgeborenen das Erlittene festzuhalten. Max Mannheimer war bis zu seinem Tode im September 2016 unermüdlich tätig in Vorträgen, Diskussionen und Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Dachau. In zahllosen Veranstaltungen, vor allem auch in Schulen, leistete er die schmerzlichste Arbeit der Erinnerung. Sein „Spätes Tagebuch“ ist ein großes menschliches Dokument und erschien erstmals 1983.

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