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ADFC Wartburgkreis demonstriert mit langen Bärten gegen nicht reagierende Ampeln

Der Schock saß tief. Vor zwei Jahren übernahm Eisenach beim Fahrradklimatest des ADFC mit der schlechtesten Bewertung den letzten Platz in Thüringen. Die rote Laterne konnte Eisenach abgeben und liegt im Vergleich der Thüringer Städte auf Platz 4 von 6, ungefähr gleichauf mit Weimar. Für Christoph Meiners, den Vorsitzenden des Kreisverbandes, ist das natürlich zunächst ein Grund zur verhaltender Freude.

Dieses Ergebnis ist sicher auch ein Lohn für die Arbeit des ADFC und von unseren Ansprechpartnern in der Stadtverwaltung. Wir arbeiten gemeinsam an Fortschritten. Es dauert aber immer noch zu lange Vorschläge und Anregungen der Radfahrer umzusetzen. Gleichzeitig ist die Verbesserung von 4,3 auf 4,07 auch nicht gerade groß.

Aus Sicht des ADFC Wartburgkreis ist erfreulich, dass sich die Teilnehmerzahl in Eisenach 2018 auf 163 Teilnehmer fast verdoppelt hat.

Christoph Meiners: Das zeigt, dass der Stellenwert des Radverkehrs in den letzten Jahren gewachsen ist. Das schätzen auch die Befragten so ein. Die Werbung für den Radverkehr wird deutlich wahrgenommen. Bei der Aktion „STADTRADELN“ machen immer mehr Radfahrer mit.

Der ADFC Wartburgkreis lädt regelmäßig Politiker und Politikerinnen sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung zu gemeinsamen Radtouren ein. Unter anderem wollen wir, wie auch 2014, wieder gemeinsam am 27. April mit den Politikern und der Stadtverwaltung durchs Stadtgebiet radeln.

Christoph Meiners: Durch die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wurde die Ausschilderung z.B. der Fernradwege verbessert. Dagegen ändert sich an den kritischen Punkten in der Stadt viel zu langsam viel zu wenig. Im Fahrradklimatest lesen wir daher viele negative Urteile über das Fahren auf Radwegen und im sonstigen Verkehr. Hier hat sich nichts verbessert. Auch nicht bei der Sicherheit des Radverkehrs.

Der ADFC Wartburgkreis fordert daher die zügige Umsetzung von Maßnahmen im Innenstadtbereich. Positiv ist, dass der Stadtrat die Öffnung der Marienstraße in Gegenrichtung für den Radverkehr beschlossen hat und zusätzliche Abstellanlagen aufstellen will. Meiners warnt jedoch davor, jetzt die Hände in den Schoß zu legen und wieder einmal auf ein Verkehrskonzept zu warten.

Auch am Busbahnhof muss dringend nachgebessert werden. Der ist zwar für Radfahrer freigegeben. Aber die neugebauten Ampeln reagieren nicht auf Fahrräder. Und wenn nicht zufällig ein Bus daherkommt, warten die Radler Ewigkeiten! Dafür stehen die Bärte und Haare der heutigen Aktionsteilnehmer. Gleichzeitig sind sie aber ein Zeichen dafür, dass Radfahrer in Eisenach schon zu lange auf zeitgemäße Verhältnisse warten und mit der Geduld am Ende sind.

Andrea T. | | Quelle:

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