Anzeige

Fahrplanwechsel der Bahn nicht ohne Folgen für Eisenach

Auch im 175. Jahr nach der Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie in Deutschland nutzt die Bahn den Fahrplanwechsel, um das Angebot im Fernverkehr weiter auszudünnen. „Das trifft leider auch Eisenach“, stellt der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Carsten Meyer fest.
„Auch wenn an manchen Stellen erfreulicherweise Lücken im Fernverkehrsangebot geschlossen werden, fallen unterm Strich mehr Verbindungen und schnelle Reisemöglichkeiten auch für Eisenach weg“, resümiert Carsten Meyer.

„Zudem widerspricht diese Bahnpolitik auch dem Geist der deutschen Einheit. Während die A44 teuer, laut und umweltzerstörend als Verbindung von Eisenach nach Kassel geplant und umgesetzt wird, fallen die Hälfte der schnellen Direktverbindungen nach Kassel weg. Auf diese Weise wird es für Menschen, die sich keinen Pkw zulegen können oder wie ich wollen, immer schwerer mobil zu sein“, gibt Carsten Meyer zu bedenken.

Außerdem wollen und müssen wir Klimaziele erreichen und brauchen eine verträgliche, den Erfordernissen der Wirtschaft und der Menschen angemessene Verkehrspolitik. „Wir haben seit der Einheit tausende Kilometer Straße gebaut und gleichzeitig tausende Kilometer Schienenweg stillgelegt. Hinzu kommen die Ausdünnung des Angebotes und das Betreiben der Strecken auf Verschleiß, was zu langsameren Verbindungen führt. Dabei hat ein Schienenweg eine vielfach höhere Transportkapazität als eine Straße – bis zu 16 mal“, sagte der Landtagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Mit diesem Fahrplanwechsel, verliert die seit der Wende viel beschworene Mitte-Deutschland-Verbindung, an der auch Eisenach liegt, weiter an Bedeutung. Für die Erreichbarkeit der Thüringer Städte, wie Eisenach, hat die Verschlechterung des Fernverkehrs weitreichende Konsequenzen: Statt bequemer, umsteigefreier Verbindungen sind Reisende ab dem 12. Dezember auf ihrer Reise Richtung Nordhessen, Ruhrgebiet, Rheinland oder der Ostsee länger unterwegs, haben mehr Umstiege, Umwege und teilweise höhere Preise.

„Da die Bahn offenbar immer mehr auf extrem teure Prestigeprojekte setzt und die eigentliche Aufgabe vergisst, nämlich die Bahn flächendeckend attraktiv zu gestalten, wollen wir Grüne einen Deutschland-Takt mit Mindeststandards für den Bahnfernverkehr – notfalls per Gesetz. Vielleicht braucht es dafür weniger Bahnmanager, die aus der Automobil- oder Flugzeugindustrie kommen, sondern etwas von Bahn verstehen.
Statt teurer unterirdischer Schienen wollen wir flächendeckend schnelle und verlässliche Bahnanbindungen“, fordert Carsten Meyer.

Anzeige
Anzeige
Top