Werbung

Tante JU und ihre Geschichte

Am Sonntag, den 19. Juni 2005 war die «Tante Ju» D-AQUI der Lufthansa Berlin Stiftung mal wieder auf dem Kindel zu Gast. Aus Magdeburg kommend landete das Flugzeug mittags auf dem Flugplatz Eisenach. Dort war eigentlich nur ein Rundflug geplant, woraus jedoch zwei Flüge wurden. Anschließend flog die Maschine weiter zum Flughafen Frankfurt/Main.

Für Eisenacher interessant dürfte sein, dass die Triebwerke der JU-52/3m zum Teil aus Eisenach kamen. Im BMW Werk am Dürrerhof fertigte man u.a. auch den BMW-132 Flugmotor, der hauptsächlich in die JU-52 eingebaut wurde.

Die JU-52 D-AQUI der Lufthansa Berlin Stiftung ist zwar ein Exemplar aus den Junkers Werken in Dessau, jedoch wurden die JU-52 auch in Frankreich und Spanien montiert. Das heute als Ju 52 bekannte Flugzeug ist die dreimotorige Ausführung Junkers Ju 52/3m, die aus dem einmotorigen Modell Ju 52/1m hervorging. Es ist heute eines der bekanntesten historischen Flugzeuge aus deutscher Produktion.
Kurioserweise wurden die ersten beiden je gebauten Ju 52/3m (Werknummern 4008 und 4009) in Bolivien in Dienst gestellt. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Triebwerke dieses Vogels, die BMW-132a 9-Zylinder Sternmotoren (Lizenz Pratt & Whitney „Hornet“) unter anderem im BMW-Flugmotorenwerk Eisenach-Dürrerhof (BMW-Werk 4 „Schattenwerk“) hergestellt wurden.

Die D-AQUI der Lufthansa Berlin Stiftung hat allerdings nachgerüstete Neunzylinder-Sternmotoren von Pratt & Whitney vom Typ PW 1340 S1 H1G WASP mit Dreiblatt-Propeller, während die Originale JU-52/3m BMW-132a Triebwerke mit Zweiblatt-Propeller besitzt. Auch ist die D-AQUI voll Instrumentenflug tauglich. Dies dient jedoch der Sicherheit und dem Lärmschutz.

«Um die Ju-52 standesgemäß zu fotografieren, flog ich mit Michael Haufe von Fly-Point, der in Eisenach-Kindel ansässigen Flugschule mit Flug-Service, hinter der JU hinterher. Allerdings wurde mir die moderne Technik zum Verhängnis: mit Autofokus sollte man nicht durch eine Scheibe fotografieren …», so http://www.Luftfahrt-Eisenach.de(Henning Tikwe), ein Fan der Eisenacher Luftfahrt.

Lebenslauf der JU-52/3m D-AQUI der Lufthansa Berlin Stiftung

10.04.1936:
Indienststellung bei der Lufthansa mit dem Kennzeichen D-AQUI, Taufname: Fritz Simon,
Juli 1936:
Verkauf nach Norwegen, Registrierung: LN-DAH, Taufname: Falke, Ausrüstung mit Schwimmern,
1940:
Wieder in Dienst bei Lufthansa mit altem Kennzeichen, Taufname: Kurt Wintgens,
1945:
Dienst wieder in Norwegen, Registrierung: LN-KAF, Taufname: Askeladden,
1947:
Eine größere Überholung steht auf dem Plan, wegen Ersatzteilmangel kommen viele Teile einer anderen JU-52 zum Einsatz,
1948:
Die Maschine ist wieder in Norwegischen Diensten,
1956:
Außerdienststellung in Norwegen, Das Norwegische Verkehrsmuseum lehnt das Flugzeug aus Platzgründen ab,
1957:
Das Flugzeug fliegt nun Passagiere und Fracht in Ecuador,
1963:
Das Flugzeug wird nach nur 8000 Flugstunden am Rande des Flugplatzes von Quito abgestellt und verrottet,
1969:
In diesem Jahr entdeckt und erwirbt sie dort der ehemalige amerikanische Kriegsflieger L. Weaver, der sie wieder herrichten ließ.
1975:
Der Amerikaner Martin Caidin kauft die Maschine. Unter dem Kennzeichen N 52 JU und dem Namen „Iron Annie“ fliegt die Tante Ju von Luftfahrtschau zu Luftfahrtschau.
1976:
Es findet die erste Grundüberholung statt, wobei die Ju-52 auf Pratt & Whitney Motoren umgerüstet und die JU-52 in allen wesentlichen Teilen auf den neuesten Stand gebracht wurde.
Anschließend kauft die Lufthansa das Flugzeug zurück.
28.12.1984:
Die D-AQUI landet nach einer langen Odyssee wieder in Deutschland.
1986:
Nach einer langwierigen Überholung fliegt Tante Ju wieder unter dem historischen Kennzeichen D-AQUI
und wird auf den Namen: „Berlin-Tempelhof“ getauft.

Leider ist die JU-52/3m in diesem Jahr nur einmal in Eisenach. Vielleicht kann man sie im nächsten Jahr wieder in Eisenach begrüßen. Trotzdem lohnt ein Besuch am Kindel. Rundflüge kann man immer unternehmen und ganz selten kommt auch mal ein etwas größerer Frachtflieger. Und die am Flugplatz Eisenach beheimatete Turboprop Mitsubishi MU-2 ist für Propellerfans auch ein Leckerbissen.

Werbung
Top