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«Wildkatzenkorridor» an der neuen A4

Ein wichtiges Teilstück für das Naturschutzprojekt des BUND Thüringen «Ein Rettungsnetz für die Wildkatze» kann im Bereich der Hörselberge (Wartburgkreis) bereits in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Die Wildkatze, die früher die Wälder Europas durchstreifte, ist heute nur noch punktuell aufzufinden und vom Aussterben bedroht. Verkehrstrassen zerschneiden die Landschaft und sind damit eine Ursache für die immer kleiner werdenden Restlebensräume der Wildkatze. Aus diesem Grund wurden im Rahmen der Planfeststellung für den Neubau der Autobahn A 4 – Umfahrung der Hörselberge – Wandermöglichkeiten für die Wildkatze vom Nationalpark Hainich bis zu den Hörselbergen festgelegt. Die Errichtung mehrerer 20 m breiter Feldgehölzstreifen ist vorgesehen. Da aus fachlicher Sicht Wanderkorridore für die Wildkatze mit einer Breite von 50 m weitaus wirkungsvoller sind, waren Lösungen gefragt, um durch eine Konzentration von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Sinne eines Flächenpools einen Biotopverbund anstelle mehrerer 20 m breiter Streifen zu verwirklichen.

Zur Erreichung des Zieles bilden die im Zusammenhang mit dem geplanten Autobahnbau eingeleiteten fünf Flurbereinigungsverfahren im Bereich der Hörselberge die notwendige Voraussetzung. Diese Verfahren tragen vor allem dazu bei, die Eingriffe des Bauvorhabens in die Agrarstruktur, die Landeskultur und das Eigentum an ländlichen Grundstücken zu mildern und mit allen Beteiligten einen praktikablen Interessensausgleich herzustellen. Das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen hat gemeinsam mit der Thüringer Landgesellschaft mbH, der DEGES GmbH (zuständig für die Planung und Realisierung der Autobahn), dem BUND, den Fachbehörden sowie insbesondere mit den Landwirtschaftsbetrieben und der Gemeinde Hörselberg eine Lösung erarbeitet.

Für den Plan des Verfahrens Wenigenlupnitz, durch den der nunmehr 50 m breite Wanderkorridor festgesetzt wird, liegt jetzt die Plangenehmigung vor. Finanziert wird der Wildkatzenkorridor durch die DEGES GmbH im Rahmen der Ausgleichs- und Ersatzverpflichtungen für den Neubau der BAB A 4. Zusätzlich wird eine weitere freiwillige landschaftspflegerische Maßnahme zur Ergänzung des Biotopverbundes durchgeführt, an der sich auch der BUND Thüringen finanziell beteiligt.

Der «Spatenstich» für die Pflanzmaßnahmen im geplanten «Wildkatzenkorridor» ist Ende Oktober/Anfang November 2006 vorgesehen.

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