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«Zustand vieler Regionalstrecken besorgniserregend»

«Thüringen ist traditionell ein Eisenbahnland», sagte Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Roland Richwien heute auf dem 44. Bundesverbandstag des Bundesverbandes Deutscher Eisenbahn-Freunde in Wiehe. Im Verhältnis zu Größe und Einwohnerzahl existiert hier das dichteste Schienennetz Deutschlands. An aktiv genutzter Strecke sind es gegenwärtig gut 1 750 km. «Um so größere Sorge bereitet uns gegenwärtig der Zustand vieler Regionalstrecken», so Richwien weiter. Die Landesregierung fühle sich von der Deutsche Bahn Netz AG bei der Umsetzung ihrer «Politik pro Schienenverkehr» ernstlich behindert.

Angesichts des sich rapide verschlechternden Zustandes vieler Bahnstrecken stellt der Freistaat zusätzliche Fördermittel für den Streckenausbau zur Verfügung – in diesem Jahr allein 43 Mio. DM. Im Rahmen des ÖPNV-Programms wird die Beschaffung von insgesamt 107 modernen Nahverkehrstriebwagen gefördert, darunter auch Neigetechnik-Triebwagen der Baureihe VT 612. Als einen «entscheidenden Schritt zu größerer Akzeptanz der Schiene» bezeichnete Richwien die Einführung eines «Integralen Taktfahrplanes», der eine weitgehende Abstimmung von Bahn- und Buslinien gewährleistet. Nicht zuletzt hierauf führte er es zurück, dass die Zahl der täglich per Bahn beförderten Fahrgäste von 95 000 im Jahr 1997 auf 115 000 im Jahr 2000 angestiegen ist.

«Trotz aller Schwierigkeiten: Thüringen wird ein Dorado für Eisenbahnfreunde bleiben», zeigte sich Richwien überzeugt. Mit der berühmten «Kanonenbahn» bei Leinefelde, dem Brandleitetunnel im südwestlichen Thüringer Wald, der Rennsteigquerung bei Lauscha, der Harzer Querbahn und vor allem auch der größten Modellbahnanlage Europas in Wiehe verfüge Thüringen über Attraktionen, die das Herz eines jeden Eisenbahnfreundes höher schlagen ließen.

Der Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde (BDEF) ist die Dachorganisation für Vereine, die sich im weitesten Sinne mit Schienenverkehr, Schienenmodellbau und Verkehrspolitik beschäftigen. Im BDEF sind mehr als 250 Vereine mit insgesamt rund 12000 Mitgliedern zusammengeschlossen.

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