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DGB: Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose in Eisenach haben sich verschlechtert

Lemm fordert, Langzeitarbeitslosigkeit endlich effektiv anzugehen

Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist und bleibt die größte arbeitsmarktpolitische Herausforderung in der Stadt Eisenach, betont der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Michael Lemm. Während die Zahl der Arbeitslosen im Hartz-IV-Bezug von 2010 bis 2013 insgesamt von 1662 auf 1538 Personen leicht sank, nahm die Zahl der langzeitarbeitslosen Leistungsberechtigten von 575 auf 582 leicht zu. Dahinter verbirgt sich eine enorme Verschlechterung der Beschäftigungschancen langzeiterwerbsloser Menschen.

Im Jahr 2013 fanden insgesamt 783 Eisenacher Hartz-IV-Empfänger eine reguläre Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, darunter aber nur 118 Langzeitarbeitslose. Während die Hälfte aller arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger eine neue Stelle fand, gelang dies nur einem Fünftel der langzeitarbeitslosen (20,3 Prozent).

Die Eingliederungschancen der langjährig arbeitslosen Menschen sind schlecht und haben sich sogar noch massiv verringert. In Eisenach gingen die Beschäftigungschancen Langzeitarbeitsloser zwischen 2010 und 2013 um 30% zurück.*

Das ist erschreckend und völlig unbefriedigend, erklärt Michael Lemm dazu. Das Hartz-IV-Systems versagt bei der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen völlig und statt dazuzulernen, verschlechtern sich die Ergebnisse sogar.

Deswegen fordert der DGB, dass die Jobcenter dem Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit größte Priorität einräumen und vor allem die nachhaltige, möglichst stabile Integration in die Arbeitswelt in den Mittelpunkt rücken müssen. Ausgebaut werden sollte u. a. die nachgehende Begleitung von Langzeitarbeitslosen nach erfolgreicher Vermittlung. Gestärkt werden müsse auch eine hochwertige und wirklich qualifizierende Weiterbildung. Zugleich sollten finanzielle Anreize für Weiterbildungsteilnehmer geschaffen werden. Bund und Land sind ebenso gefordert, langfristiges Handeln der Jobcenter stärker zu honorieren als kurzfristige Erfolge und dafür auch ausreichend Mittel und geeignete Arbeitsmarktinstrumente zur Verfügung zu stellen.

*Im Jahr 2010 konnten in der Stadt Eisenach 11,1% (184 Personen) der Hartz-IV-Leistungsberechtigten (insgesamt 1662 Personen), die zuvor langzeitarbeitslos waren, eine Erwerbstätigkeit aufnehmen. In 2013 gelang nur noch 7,7% (oder 118 Personen) der Leistungsberechtigten (insgesamt 1538), die zuvor langzeitarbeitslos waren, eine Arbeitsaufnahme. Damit nahm verringerte sich die Eingliederungschance um 30,6%. Quelle: Sonderauswertung der BA-Statistik des DGB.

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