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Digitale Fabrik mit Nullfehlerproduktion eröffnet

Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel startete mit einem Druck auf den obligatorischen roten Knopf am Samstag die Produktion der MITEC engine.tec Gmbh im Industriegebiet von Krauthausen. In Rekordzeit entstand das Werk auf der grünen Wiese. Die in Eisenach ansässige MITEC Automotive AG hat somit in Krauthausen eine 100-prozentige Tochter. Schon jetzt erregt das neue Werk, weit über die Grenzen hinaus Aufsehen.
In enger Kooperation mit Siemens und SAP wurde das Werk realisiert. Darin werden modernste Fertigungstechniken mit einer erstmals installierten Prozess-Visualisierung für die gesamte Fabrik vereint, ein richtungsweisendes Konzept für die Automobil-Zulieferindustrie in ganz Europa. Es wurde eine digitale Fabrik, mit dem Ziel der Nullfehlerproduktion, errichtet. Jedes Teil kann genau kontrolliert werden, man erkennt an welcher Maschine und zu welcher Zeit es gefertigt wurde. Hergestellt werden Wellenausgleichssysteme für Motore, die einen leisen Lauf sichern. In sechs Monaten wurde das neue Werk errichtet. 55 Millionen Euro wurden investiert, bei 100 Mitarbeitern derzeit, sind dies 500000 € pro Kopf. Bis Ende des Jahres sollen es 120 Mitarbeiter sein, in zweiten Ausbaustufe dann 200. Ausschließlich für den Export nach Übersee (USA, Japan, Mexiko) wird im neuen Werk gearbeitet. Umso erfreulicher sei es, dass dazu Eisenach und nicht die USA als Standort gewählt wurde.
Insgesamt hat die MITEC Automotive AG seit 1990 rund 580 Arbeitsplätze am Standort Eisenach geschaffen. Auch 25 Lehrlinge werden ausgebildet, sehr zur Freude des Ministerpräsidenten. Vogel würdigte das Engagement von Firmenchef Dr. Michael Militzer, der in Steinbach-Hallenberg geboren wurde. Dort gab es Olympiasieger zu feiern und auch Miltitzer würde eine Goldmedaille verdienen. Thüringen sei ein Autoland und die Automobilbranche ist eine Säule der deutschen Industrie. Auf diesem Ast sitze man und diesen dürfe man nicht absägen, betonte Dr. Vogel.
Lang ist die Kundenliste: General Motors in Brasilien, USA und Australien, Cosworth, Ford, USA und Deutschland, Mazda, Skoda, Audi, BMW und VW. Alle verwenden für ihre Motoren Teile aus Eisenach. Auch der GM Weltmotor, der in Amerika und Deutschland gebaut wird, und der Ford Weltmotor Vierzylinder, sind mit den Systemen aus Thüringen ausgerüstet.
An solche Entwicklungen dachte man 1989 wenig. Begonnen hatte man mit Getriebenfertigungen für Autos und Motorräder. 1994 legte Dr. Militzer das Unternehmensziel neu fest: Geräusche und Schwingungen im Antriebsstrang der Autos zu eliminieren, durch Aktivmaßnahmen. Und die AG setzt auf die Zukunft. Weitere Flächen in Krauthausen zur Produktionserweiterung wurden bereits gekauft. Der 33-jährige Geschäftsführer des neuen Werks, Jörg Steins, konnte am Samstag bei Siemens einen neuen Auftrag auslösen.

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