E-Mobilität: Kahlschlag in der Zulieferindustrie

Hirte: Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Bildquelle: ©Blue Planet Studio – stock.adobe.com
Symbolbild

In der Autozulieferindustrie häufen sich seit Wochen die Schreckensnachrichten in puncto Stellenabbau. Branchenriesen wie Continental, Bosch oder ZF haben Milliarden in den Umstieg auf E-Mobilität gesteckt. Doch Hersteller wie Volkswagen und Mercedes verkaufen zu wenige Elektroautos. Zu teuer, keine ausreichende Ladeinfrastruktur, Reichweitenprobleme und die chinesische Konkurrenz fördert den Absatz nicht gerade.

Das hat Folgen, so der Thüringer CDU-Landesgruppenchef im Bundestag Christian Hirte. Tausende Arbeitsplätze in der Auto- und deren Zulieferindustrie stehen auf dem Spiel, gerade auch in Thüringen. 

Die Automobilzulieferer sind ein wichtiges Standbein der Thüringer Wirtschaft. 600 Unternehmen mit etwa 66.000 Beschäftigten gehören zur Thüringer Automobilindustrie. Branchenexperten rechnen damit, dass deutschlandweit von den derzeit rund 270.000 Jobs bei den Zulieferern hierzulande 2030 noch 200.000 übrigbleiben. 

Das für 2035 von der Ampel-Regierung in Brüssel forcierte Verbrennerverbot rächt sich nun doppelt, so der 47-jährige Vorsitzende des Parlamentskreises „Regenerative Kraftstoffe.“

Gerade für die Entwicklung von E-Fahrzeugen sind die Automobilzulieferer massiv in Vorleistungen bei Forschung und Entwicklung gegangen, die sich jetzt kaum rentieren. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen deshalb nun massiv Personal, vor allem in der Verbrennersparte abbauen. Derweil boomt der Markt für Gebrauchtwagen wie nie. Dass das weder für den Autostandort Deutschland noch für das Klima oder gar unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit und damit unseren Wohlstand gut sein kann, liegt auf der Hand.

Wenn wir unseren weltweiten Spitzenplatz als Automobilstandort erhalten wollen, dürfen wir nicht nur ideologisch verbieten, sondern müssen Zukunft ermöglichen. Klimaschutz, Industriepolitik, Bezahlbarkeit und Akzeptanz gehen nur mit einem breiten technologieoffenen Ansatz, z.B. auch dem Verbrenner. Als Union wollen wir künftig die Nutzung regenerativer Kraftstoffe neben der reinen Elektromobilität, also Biokraftstoffe und efuels., so Hirte abschließend.

Anzeige
Anzeige