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Endlich samstags länger einkaufen!

Bundeswirtschafts- und -arbeitsminister Wolfgang Clement: „Jetzt ist der Weg frei für zeitgemäße und kundenfreundliche Öffnungszeiten im Einzelhandel. Der Samstag ist heute der einkaufsstärkste Tag der Woche. Dem kann der Handel jetzt durch eine längere Ladenöffnung Rechnung tragen. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Geschäftsinhaber die neuen Chancen nutzen und hoffe, dass sich die Verbraucher nun ohne Zeitdruck immer mehr Wünsche erfüllen. Das wäre ein Impuls für die Wirtschaft, würde unsere Innenstädte beleben und damit auch den übrigen Gewerbetreibenden dienen.“
Das neue Ladenschlussgesetz wird den Interessen des Handels, von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie der Beschäftigten gleichermaßen gerecht. Die Ladenschlusszeiten von Montag bis Freitag bleiben erhalten und der Sonntag ist weiterhin als Ruhetag geschützt. Die Beschäftigten, die an Samstagen arbeiten, erhalten einen individuellen Anspruch auf einen freien Samstag im Monat, den sie für die Freizeitgestaltung in der Familie und im Freundeskreis, Ehrenamt, im Verein sowie in Sport und Kultur nutzen können.

Weitere gesetzliche Neuregelungen sind:
– Das Schließungsgebot um 14 Uhr an Samstagen vor verkaufsoffenen Sonntagen ist aufgehoben. Auch vor verkaufsoffenen Sonntagen dürfen die Geschäfte jetzt bis 20 Uhr öffnen.
– Friseurbetriebe werden nicht mehr vom Anwendungsbereich des Ladenschlussgesetzes erfasst. Sie werden damit den anderen Handwerksbetrieben gleichgestellt. Auch Warenautomaten werden aus dem Anwendungsbereich ausgenommen.

IHK: Nur jeder zehnte Einzelhändler öffnet bis 20 Uhr
Nach Recherchen der Industrie- und Handelskammer Erfurt will vorerst nur jeder zehnte Einzelhändler die neuen Ladenöffnungszeiten an Samstagen bis 20 Uhr voll ausnutzen.
«Ein Großteil der Händler testet zunächst mit Verlängerung bis 18 bzw. 19 Uhr, ob die Öffnungszeiten von den Kunden überhaupt angenommen werden», begründet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die offensichtliche Zurückhaltung.
Vor allem die großen Städte, aber auch die Einkaufszentren und -parks würden von den Neuregelungen am Samstag profitieren und hofften auf den «großen Familieneinkauf».
Notwendig sei jedoch ein örtlich koordiniertes Vorgehen der Händler, um die Kunden nicht mit unterschiedlichen Öffnungszeiten zu verunsichern. Vor dem Hintergrund des notwendigen Bürokratieabbaus wertet Grusser die weitere Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes grundsätzlich als Schritt in die richtige Richtung. Je nach Art und Lage des Geschäftes könne jetzt der Unternehmer selbst über die für ihn günstigsten Öffnungszeiten mit der höchsten Kundenfrequenz entscheiden. «Ich bezweifle allerdings, ob die Kaufzurückhaltung der Bürger sich allein mit der Verlängerung der Ladenöffnungszeiten überwinden lässt», zeigt sich Grusser hinsichtlich der Umsatzerwartungen skeptisch.

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