Forst: Kyrill – eine Zwischenbilanz
Der Sturm vom 18. Januar 2007 ist bei vielen schon wieder in Vergessenheit geraten. Für die Forstleute in Thüringen ist die Bewältigung dieser Katastrophe allerdings noch das «tägliche Brot». Im direkten Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Marksuhl hat sich die Schadmenge auf ca. 85000 Festmeter summiert. Rund 70 % dieser Menge sind bereits aufgearbeitet. Der im Vergleich zu anderen Regionen schnelle Arbeitsfortschritt konnte durch den unermüdlichen Einsatz der Revierförster und Waldarbeiter in Kombination mit den örtlichen Forstunternehmen erreicht werden.
Effektive Unterstützung kam zeitweise von acht Vollerntemaschinen (Harvester) aus dem In- und Ausland. Derzeit werden die verstreut liegenden Fichten zeit- und kostenaufwändig beseitigt. Dies ist notwendig, um dem Borkenkäfer Brutmaterial zu entziehen und so einer Massenvermehrung vorzubeugen.
Wie Wanderer unschwer erkennen können, lagern an einigen Stellen im Wald sehr große Holzpolter. Viele Firmen sind inzwischen ausreichend mit Holz versorgt oder haben logistische Probleme, die großen Mengen in die Werke zu transportieren. Das Forstamt Marksuhl bringt daher etwa 20000 Festmeter der wertvollen Sägeabschnitte auf zwei sogenannte Nasslagerplätze. Einer befindet sich auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf, ein anderer auf dem Gelände der Firma Pollmeier, die freundlicherweise eine größere Fläche an die Forstverwaltung vermietet hat. «Gerade in Krisenzeiten bewährt sich eine gute Zusammenarbeit von Forst- und Holzwirtschaft,» so Marksuhls Forstamtsleiter Ansgar Pape. Die andauernde Beregnung von Holz ist eine bewährte Methode, um das Holz vor Pilz- und Insektenbefall längerfristig zu schützen. Die Vermarktung der Stämme kann dann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, wenn sich der Holzmarkt wieder normalisiert hat.