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IHK-Wirtschaftsbeirat Wartburgkreis fordert angemessene Unterstützung durch die Landespolitik

Bildquelle: Industrie- und Handelskammer Erfurt

Die Wartburgregion erfährt nach Auffassung der regionalen Wirtschaftsbeiräte keine angemessene Unterstützung und Aufmerksamkeit durch die Landespolitik. Darüber diskutierte das Gremium zu seiner letzten Sitzung mit IHK-Präsident Dieter Bauhaus.

“Obwohl der Wartburgkreis mit der Stadt Eisenach die stärkste Industrieregion in Thüringen bildet, fühlt sich die Region von der Thüringer Landespolitik abgehängt”, fasst der IHK-Präsident die Stimmung auf der letzten Beiratssitzung zusammen. Der Landkreis steht beim Industrieumsatz in Thüringen an erster Stelle und die Branche beschäftigt 67.000 Arbeitnehmer. Allerdings ist die Region sehr stark geprägt durch die Automobilzulieferindustrie. Hier gestaltet sich der Transformationsprozess derzeit herausfordernd. “Trotz diesem hohen Stellenwert für Thüringen erfährt die Wirtschaftsregion aus Sicht der Wirtschaft, der Kommune Eisenach sowie des Landkreises keine angemessene politische Aufmerksamkeit oder gar Unterstützung durch die Landespolitik. Aktuelles Beispiel ist das Votum des Landes für die Vergabe des Zukunftszentrums für Europäische Transformation und Deutsche Einheit an Jena. Warum der Wartburgkreis als ehemalige Grenzregion weniger infrage kommt als Jena ist völlig unverständlich, zumal dort bereits viele Institutionen angesiedelt sind und sich der Fachkräftebedarf dort kaum decken lässt”, so Dieter Bauhaus. Gerade die Region Eisenach hätte durch seine Geschichte u.a. in der Automobilindustrie immer wieder Veränderungen durchlaufen und befände sich aktuell im stärksten Transformationsprozess, den es seit Beginn in der Automobilindustrie gegeben hat. 

Weitere Beispiele, die belegen, dass der Region die entsprechende Aufmerksamkeit fehlt, sind Landesbehörden, die Stück für Stück abgezogen werden. Hierzu zählen z.B. das Schulamt oder das Arbeitsgericht. Und auch die Landesgartenschau wurde zum zweiten Mal nach Pößneck statt nach Bad Salzungen/Bad Liebenstein vergeben. 

Zudem wäre die Ausweisung Eisenachs als Oberzentrum ein klares Bekenntnis zum ländlichen Raum und zum anstehenden Strukturwandel. Diesbezüglich hatte die Politik bereits versprochen, dass Eisenach Oberzentrum wird, in der Diskussion zum Entwurf des Landesentwicklungsprogramms scheint dies allerdings wieder in Vergessenheit geraten zu sein. Neben der schon bestehenden hohen überregionalen wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung könnten zukünftig weitere positive Effekte erzielt werden, welche den gesamten Westthüringer Raum stärken. Damit entstünde ein erkennbares Gegengewicht zu den nahegelegenen Oberzentren auf hessischer Seite.

Der IHK-Wirtschaftsbeirat fordert daher von der Landespolitik eine bessere Unterstützung des Strukturwandels und einen konstruktiven Dialog mit der Region.

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