Innovative Ansätze gegen Fachkräftemangel

Unternehmerstammtisch Wartburgkreis setzt auf internationale Fachkräfteintegration

Im Zuge der kontinuierlichen Bemühungen, den Fachkräftemangel in Thüringen anzugehen, wurde beim zweiten Unternehmerstammtisch Wartburgkreis von Dr. Katja Böhler, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, die „German Professional School“ (GPS) als wegweisendes Projekt vorgestellt. Unter dem Motto „Fachkräfte für den Wartburgkreis“ bot sich der geeignete Rahmen, die neue Initiative zu diskutieren.

Die GPS hat ihre operative Arbeit am 1. März an vier Standorten in Eisenach, Mühlhausen, Gotha und Jena aufgenommen. Ziel ist es, Geflüchteten und künftig auch Zugewanderten aus Drittstaaten eine gründliche Vorbereitung auf eine Berufsausbildung in Thüringen zu ermöglichen. Dies stellt einen entscheidenden Schritt der, um den drängenden Fachkräftemangel im Freistaat zu bewältigen. Die Zentrale der GPS befindet sich in Erfurt und wird von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) betreut. Das Land Thüringen unterstützt dieses Pilotprojekt mit insgesamt 11,5 Millionen Euro im Zeitraum 2023 bis 2026. Nach der Pilotphase ist geplant, die GPS in den Regelbetrieb zu überführen, mit einem besonderen Fokus auf die Ausbildungsvorbereitung von Jugendlichen aus Drittstaaten. Dr. Katrin Langer, Präsidentin der German Professional School, präsentierte das Projekt während des Unternehmerstammtisches und betonte die Bedeutung der Initiative für die regionale Wirtschaft:

Mit der GPS wollen wir nicht nur den Fachkräftemangel adressieren, sondern auch die Integration am Arbeitsplatz fördern.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stammtisches, darunter zahlreiche lokale Unternehmer, begrüßten die Bemühungen um die Integration internationaler Fachkräfte als notwendigen Schritt zur Sicherung der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der Region. Eine schnelle Eingliederung in den Arbeitsmarkt spielt dabei die Schlüsselrolle, um den wachsenden Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern zu decken. Die Diskussion zeigte, dass neben den aussichtsreichen Ansätzen des GPS-Programms, zusätzliche bürokratische Hürden und komplexe Anforderungen an Einwanderer die Integration und Anwerbung erheblich behindern.

Die Unternehmerinnen und Unternehmer appellieren daher an die politischen Entscheidungsträger, den Integrationsprozess durch allgemeine Vereinfachung zu erleichtern. Hierfür könnte, nach dem Beispiel erfolgreicher Einwanderungsländer, mehr Fokus auf „Training on the Job“ gelegt werden, was bedeutet, die Theorie gezielt mit der Praxis zu verbinden und die Wissensvermittlung durch Handlung am Arbeitsplatz umzusetzen. Dies wäre ergänzend zu dem neuen GPS-Programm nicht nur im Interesse der Wirtschaft, sondern würde zusätzlich auch den zugewanderten Fachkräften zugutekommen und deren Eingliederung beschleunigen. Die Unternehmer wollen im Nachgang zur Veranstaltung einen entsprechenden gemeinsamen Appell unterzeichnen.

Die Veranstaltung fand als Folgeveranstaltung des bereits erfolgreichen Unternehmerstammtisches im vergangenen Jahr erneut bei der Firma Pollmeier statt und soll nun weiter verstetigt werden. Die Teilnehmer begrüßen den engen Austausch zwischen Politik und lokaler Wirtschaft, um die gemeinsamen Herausforderungen zu meistern. Böhler betonte, dass der Unternehmerstammtisch Wartburgkreis eine wichtige Plattform ist, um innovative Lösungen zu diskutieren und kooperativ Strategien zu entwickeln.