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Muldenkipper kommen vom Kindel

Der Grundstein für ein modernes Muldenkipperwerk wurde am Donnerstag von Firmeninhaber Gary Bell und Thüringens Ministerpräsidenten Dieter Althaus gelegt. Das südafrikanische Unternehmen aus Richards Bay http://www.bellequipment.com(Bell-Equipment) wird auf dem Kindel Knickmuldenkipper bauen. Dazu entsteht dort ein Montagewerk. 60 Mitarbeiter sollen im Jahr bis zu 600 Fahrzeuge bauen. Produktionsstart soll am 1. Oktober 2003 sein.
Auf 97000 m² entstehen eine Produktionshalle, Bürotrakt, eine schwer belastbare Rangierfläche, Logistik- und Parkflächen. Just-in-time kommen die Bauteile auf den Kindel, wo sie direkt montiert werden. Schon Ende August will das Bauunternehmen Goldbeck die Hallenbauten fertig haben. Sieben Brückenkräne, Produktions- und Montageeinrichtungen, eine komplette Lackierstraße werden errichtet.
Rund 80 Tonnen wiegen die Kipper, die auch auf einer 1000 Meter langen Strecke auf Belastung unter Praxisbedingungen getestet werden.
Nur 18 Monate werden von der Idee, Bau eines Werkes in Europa, und der Produktion des 1. Kippers vergehen. Alle Redner zur Grundsteinlegung würdigten die Schnelligkeit der Entscheidungen, dies zeichne Thüringen und die Region aus. Gary Bell begründete die Standortwahl von Eisenach/Kindel. Hier gebe es Traditionen in Handwerk und Industrie und hier sei der Absatzmarkt in der Nähe. Vom neuen Werk aus soll der europäische Markt erobert werden. Erst 50 Jahre gebe es Bell-Equipment, nun wolle man mit den Knickkippern in Europa tätig werden. Über 200 Stück seien bereits in Deutschland verkauft worden.
Ministerpräsident Dieter Althaus freute sich über die Grundsteinlegung, war es doch der erste Wirtschaftstermin in seiner bisher kurzen Amtszeit. Er wünschte dem Unternehmen alles Gute. Bell habe in der schweren Zeit für Thüringen und Europa ein Zeichen gesetzt.
In die Hülse zur Grundsteinlegung wurden u.a. Tageszeitungen, Geld aus Deutschland und Südafrika, eine Plakette, Prospekte und Zeichnungen gelegt. Gary Bell befestigte die Grundsteinplatte selbst in der zukünftigen Montagehalle.
Durch Pfarrer Helmut Dedekind wurde die Baustelle sowie die gesamte Firma gesegnet. Dedekind kommt selbst aus Südafrika, arbeitet seit sechs Jahren in Eisenach und kehrt im Oktober wieder zurück.
Das neue Werk wird von Klaus Schwalm, er ist Bell Deutschland-Geschäftsführer geleitet. Produktionsleiter ist Aldo Meyer.
Rund 4,5 Millionen Euro werden in den Standort Eisenach-Kindel investiert. Eine Erweiterung des geplanten Fertigungsvolumens sei bereits geplant. Reinhold Stanitzek von der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft würdigte den Standort nahe Eisenachs. Acht Firmen hätten sich auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz angesiedelt. 19 Millionen Euro gab die LEG für die Erschließung des Geländes aus. 1400 Arbeitsplätze entstanden und von den Unternehmen wurden rund 300 Millionen Euro investiert.

Rainer Beichler |

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