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Opel bekräftigt Plan für Investitionen und Tariftreue in Deutschland

Rüsselsheim. Opel hat den Plan für Investitionen in seine deutschen Standorte bekräftigt. „Unser Ziel bleibt es, eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft für unsere deutschen Werke zu schaffen. Wir wollen in Eisenach, Kaiserslautern und Rüsselsheim investieren und halten die Tarifverträge in allen Produktionswerken ein. Das haben wir am vergangenen Freitag auch noch einmal im Gespräch mit Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, sowie Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, bestätigt“, sagt Opel CEO Michael Lohscheller.

Für den Standort Eisenach liegt ein zukunftsfähiger Vorschlag auf dem Tisch. Dieser Plan ist eine Verbesserung gegenüber dem bestehenden Tarifvertrag. Um ihn umsetzen zu können, müssen wir wettbewerbsfähige Bedingungen für den Standort schaffen“, betont Lohscheller. „Auch in intensiven Gesprächen mit den Sozialpartnern haben diese bislang noch keinen konkreten Vorschlag unterbreitet, wie die notwendigen Produktivitätsziele in Eisenach erreicht werden sollen“, ergänzt Lohscheller. Die IG Metall hat es abgelehnt, die Tariferhöhung von 4,3 Prozent für die Dauer der Verhandlungen zu stunden.

Der Zukunftsplan für das Werk in Eisenach sieht vor, bereits im April 2019 die Produktion eines SUV zu starten. Das wäre deutlich vor dem geplanten Beginn der Produktion eines neuen Modells, wie sie im aktuellen Tarifvertrag vorgesehenen ist. „Ab 2020 könnte eine zweite Variante – ein Hybrid-Modell – in Eisenach folgen“, sagt Lohscheller.

Auch für das Werk Kaiserslautern bietet Opel Projekte und eine Auslastung an, die über die Laufzeit des geltenden Tarifvertrags hinausgehen. In Rüsselsheim sieht der Plan vor, ein Fahrzeug im D‑Segment auf Basis der EMP2-Plattform der Groupe PSA aufzulegen.

„Wir wollen und werden weiter mit den Sozialpartnern verhandeln. Der Status quo ist keine Option für ein Unternehmen, das im Jahr 1999 zum letzten Mal einen Gewinn geschrieben hat. Wir brauchen dringend niedrigere Kosten und eine höhere Effizienz. Dann werden wir auch in Deutschland investieren. Je schneller, desto besser für uns alle“, sagt Lohscheller. „Wir haben eine klare Vision und einen detaillierten Zukunftsplan für unser Unternehmen und haben diesen schon im Februar unseren Sozialpartnern präsentiert“, ergänzt Lohscheller.

Das Unternehmen setzt in Deutschland auf freiwillige Programme zum Stellenabbau und verzichtet auf betriebsbedingte Kündigungen. „Dabei stellen wir sicher, dass alle Schlüsselpositionen besetzt bleiben und alle Bereiche in verschlankter Form voll funktionstüchtig bleiben – auch im Hinblick auf die langfristige Aufstellung des deutschen Unternehmens“, betont Michael Lohscheller.

Vereinbarungen zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit wurden bereits in Spanien, Polen, Österreich und Ungarn abgeschlossen. In Großbritannien hat eine deutliche Mehrheit der Mitarbeiter des Werks Luton erst vergangenen Freitag den neuen Plänen zugestimmt. Damit können umfangreiche Investitionen ausgelöst werden.

„Wir vertrauen auf den Prozess der Mitbestimmung und darauf, dass bald eine Vereinbarung mit unseren deutschen Gewerkschaftspartnern gefunden werden kann – im Interesse unserer Mitarbeiter“, sagt Lohscheller.

Die Groupe PSA hat in den vergangenen vier Jahren vorgemacht, wie ein nachhaltiger Turnaround funktioniert: Im Jahr 2013 lag die Umsatzrendite des Automobilgeschäfts der Marken Peugeot, Citroen und DS Automobiles bei negativen 2,8 Prozent, für das Jahr 2017 bei stolzen 7,3 Prozent. Die Rendite der kompletten Groupe PSA lag 2017 bei 6,1 Prozent.

Steffen E. | | Quelle:

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