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Sicherheit für Storchenpaar durch Stromversorger

Derzeit macht E.ON Thüringer Energie in der Werraaue bei Creuzburg ihre Freileitungen für Vögel ungefährlicher: An 55 Strommasten der 20.000-Volt-Leitungen zwischen Spichra und Ifta bzw. Spichra und Creuzburg werden von einer Spezialfirma so genannte Vogelschutzhauben montiert. Diese verhindern, dass größere Vögel beim Landen auf Strommasten mit ihrer Flügelspannweite die Isolatoren „überbrücken“ und so einen Stromschlag erleiden. Insgesamt gibt das Unternehmen für diese Vogelschutzarbeiten 8300 Euro aus.

Anlass für die kurzfristig vorgezogenen Sicherungsarbeiten ist ein Storchenpaar, das sich erstmals auf dem Gehöft Wilhelmsglücksbrunn niederge-lassen hat. „Wir haben von einem Naturfreund einen Hinweis über den besetzten Horst erhalten und daraufhin kurzfristig diese Arbeiten in unser laufendes Wartungs- und Instandhaltungsprogramm eingeplant“, erklärte Unternehmenssprecher Olaf Werner. Damit es für die Kunden nicht zur Unterbrechung der Stromversorgung kommt, erfolgt das Anbringen der Vogelschutzhauben „unter Spannung“. Diese Technologie ermöglicht es Monteuren, mithilfe einer isolierten Hubarbeitsbühne sowie spezieller Schutzkleidung an Strom-Freileitungen mit einer Spannung bis zu 20.000 Volt bei laufendem Betrieb zu arbeiten. Gut 45 Minuten waren die Monteure an einem Masten im Einsatz. Zunächst wurde die Isolatoren geprüft und Befestigungen ausgewechselt. Jeder Schritt erfolgte unter Spannung, somit mussten zusätzliche Schutzmaßnahmen getroffen werden. Der Hubwagen ist eine Spezialanfertigung (rund 400000 Euro) und kommt aus Dänemark. Das Fahrzeug selbst ist ein Unimog. Für die Monteure ist es eine achtenswerte schweißtreibende Arbeit unter «Vollschutz». Neben einer nichtleitenden Arbeitskombi, haben die Männer Spezialhandschuhe und Gummischutz von den Händen bis zur Schulter.

Insgesamt hat der Freistaat Thüringen elf Vogelschutzgebiete im Rahmen der Anweisung des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 mit einer Gesamtfläche von 45000 Hektar ausgewiesen. In diesen Gebieten gelten u. a. auch besondere Auflagen für den Neubau bzw. die Nachrüstung von Strom-Freileitungen, die bei den Energieversorgungsunternehmen erhebliche Zusatzkosten verursachen. So gab E.ON Thüringer Energie allein im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Euro für Vogelschutzmaßnahmen, wie spezielle Isolierungen oder den Ersatz von Freileitungen durch Erdkabel, aus. In enger Abstimmung mit Umweltschutzverbänden und Naturschutzbehörden werden in besonders exponierten Gebieten alle Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen langfristig und sorgfältig geplant. Sämtliche Schutzmaßnahmen wurden in einem speziellen Katalog erfasst.
Bei notwendigen Neubauten werden neuartige Befestigungen vorgenommen, die keinen Vogelschutz benötigen. Schon seit den 90er Jahren sei man auf den Vogelschutz verstärkt bedacht.

Leider war das Storchenpaar am Mittwoch nicht in seinem Nest über Wilhelmsglücksbrunn gewesen.

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