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SPD-Kreisvorsitzende Heidrun Sachse zum Internationalen Frauentag

Trotz aller Fortschritte bei der Gleichstellung von Männern und Frauen liegt noch ein weiter Weg vor uns. Zum internationalen Frauentag fordert die SPD Kreisvorsitzende Heidrun Sachse die Gleichstellung von Frauen vor allem in der Arbeitswelt schneller und intensiver voranzutreiben.

Erst im Februar hat eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung gezeigt, dass Frauen mit Kindern bei der Suche nach einem Job offenbar deutlich benachteiligt werden. So werden zum Beispiel Mütter seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen als Frauen ohne Kinder. Bis dieser Irrsinn aus den Köpfen ist sollte es möglich sein, Lebensläufe so zu generalisieren bzw. anonymisieren, dass für Frauen kein Nachteil darin besteht, Mutter zu sein, so Heidrun Sachse.

Die Studie ergab außerdem, dass vor allem die unbezahlte Arbeit im Haushalt sowie die Pflegearbeit von Familienmitgliedern und Angehörigen Hauptgrund für die Verdienstunterschiede bei Männern und Frauen sind. Frauen arbeiten im direkten Vergleich oft mehr Wochenstunden, verdienen aber weniger. Laut der Studie machen 45 Prozent der Gesamtarbeitszeit bei Frauen die unentgeltliche Care-Arbeit aus, sie arbeiten deutlich öfter in Teilzeit als Männer und der Großteil der Menschen, die ausschließlich einen Minijob haben sind weiblich.

Fünf Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen ist bewiesen: Die Quote wirkt, aber nur, wenn sie verbindlich ist. Mit dem Gesetz, für das wir als SPD lange gekämpft haben, wurde eine Quote von 30 Prozent für Aufsichtsräte von börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen eingeführt. Seitdem ist die Zahl der Frauen in Aufsichtsräten dieser Unternehmen deutlich gestiegen. Das ist ein beachtlicher Erfolg.

Doch wenn wir in die Vorstände schauen, stellen wir fest: Hier hat sich zu wenig bewegt. In den Vorständen der 160 börsennotierten Unternehmen sind nur gut 9 Prozent Frauen. Es gibt immer noch Unternehmen, die sich für den Frauenanteil in ihren Vorständen die „Zielgröße Null“ geben – null für: keine einzige Frau im Vorstand. Hier geht es um die Frage, wie in unserer Gesellschaft Macht und Einfluss verteilt sind. Ob Frauen für andere Frauen Vorbild seinen können, auch in Spitzenpositionen. Und ob Deutschlands Unternehmen gut aufgestellt sind für das 21. Jahrhundert, so Heidrun Sachse.

Und die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen stimmen. Jetzt sind die Männer am Zug, sich mehr an der Care-Arbeit zu beteiligen. Damit partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit leichter wird, wurde das Recht auf Rückkehr von Teilzeit in die Vollzeit („Brückenteilzeit“) durchgesetzt; die Kinderbetreuung wurde z.T. gebührenfrei und es gibt einen Gesetzesentwurf zur Familienarbeitszeit, die Paare dabei unterstützt, sich Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit gerechter aufzuteilen, und eine Familienpflegezeit, die die Vereinbarkeit von Beruf und der Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen leichter machen würde.

Für mehr Lohngerechtigkeit brauchen wir Tarifverträge und transparente Entgeltstrukturen. Frauen dürfen nicht mehr in der Teilzeitfalle hängen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss in allen Branchen weiter ausgebaut werden. Dafür steht die SPD, so Heidrun Sachse abschließend.

Am Frauentag Blumen zu schenken, ist eine nette Geste – Frauen wäre aber mit einem höheren Gehalt mehr geholfen. Deswegen lade ich alle Frauen in Eisenach auf, am 17. März – dem Tag der Lohnentgeldgleichheit (Equal Pay Day) zum Infostand des Arbeitskreises Frauen am Markt zu kommen.

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