Unnötige Aufgaben, Überstunden und Co.: „Dr. Azubi“ gibt Tipps für Berufsstarter

Online-Beratung hilft Jugendlichen im Wartburgkreis bei Fragen rund um die Ausbildung

Aktueller Report zeigt: Koch- und Hotel-Azubis mit Ausbildungsqualität nicht zufrieden

Überstunden, Arbeiten am Wochenende, Extra-Geld von der Arbeitsagentur für die eigene Wohnung … Für Azubis im Wartburgkreis, die Fragen rund um ihre Ausbildung haben, gibt es Antworten auf dem Online-Portal „Dr. Azubi“. Unter www.dr-azubi.de erhalten Berufsstarter Infos, aber auch Tipps, wenn es Stress in der Ausbildung gibt. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nach dem Start des neuen Ausbildungsjahres hingewiesen. 

Nicht immer läuft in der Ausbildung alles rund und nicht immer nehmen es die Chefs mit den Vorschriften ganz genau. Gerade auch in diesen Fällen ist die Online-Beratung, die von der DGB-Jugend angeboten wird, für Azubis eine wertvolle Hilfe. Wer wissen will, welchen Urlaubsanspruch es gibt oder welche Arbeiten in der Ausbildung erlaubt sind, bekommt im Netz kompetente Hilfe, sagt Jens Löbel, der Geschäftsführer der NGG-Region Thüringen.

Auf „Dr. Azubi“ erhielten Berufsstarter Auskunft darüber, was im Job erlaubt ist oder nicht.

Und da gehört das ständige Gassigehen mit dem Hund des Chefs ebenso wenig dazu wie das permanente Putzen der Restaurantküche als zentrale Azubi-Tätigkeit, so Löbel.

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Das Online-Portal sei für Azubis Tippgeber und Infobörse für Fragen rund um die Ausbildung, aber auch Lotse für die eigenen Arbeitsrechte. 

Dass in der Ausbildung noch immer einiges im Argen liegt, zeigt der gerade veröffentlichte DGB-Ausbildungsreport 2023, so der NGG-Geschäftsführer.

Danach gab rund ein Drittel der bundesweit befragten Jugendlichen an, dass sie regelmäßig Überstunden leisten müssen. Ebenfalls ein Drittel absolvieren ihre Ausbildung ohne Ausbildungsplan.

Speziell für die Gastro- und Hotelbranche ist das Ergebnis des aktuellen Reports erneut wenig schmeichelhaft: Bei der Gesamtbewertung der Ausbildungsqualität durch die Berufsstarter schnitten die Ausbildungen zum Koch oder zur Hotelfachfrau mit am schlechtesten ab. Und das war auch schon beim letzten Report so, kritisiert Jens Löbel.

Besonders pikant sei, so der NGG-Geschäftsführer, dass ein Fünftel der Koch-Azubis in der Befragung angab, dass sie immer oder zumindest häufig Tätigkeiten machen müssen, die nicht zu ihrer Ausbildung gehören. 

Angesichts des Nachwuchsmangels sollte eine qualifizierte Ausbildung mit guten Ausbildungsbedingungen eine Selbstverständlichkeit für jeden Arbeitgeber sein. Trotzdem scheint das noch nicht überall angekommen zu sein. Berufsanfänger sollten Missstände während ihrer Ausbildung nicht einfach hinnehmen, sondern Rat beim Betriebsrat oder der Gewerkschaft suchen, so Jens Löbel.