„Unternehmerstammtisch Wartburgkreis“ nimmt Fachkräftegewinnung in den Blick

Veranstaltung soll zu einer regelmäßigen „Austauschplattform Politik – Wirtschaft“ weiterentwickelt werden

Die schwierige Suche nach Fachkräften ist das Thema, das der Thüringer Wirtschaft derzeit am stärksten unter den Nägeln brennt. Das wurde gestern beim Unternehmerstammtisch des Wartburgkreises in Creuzburg deutlich.

Die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter in Thüringen sinkt bis zum Jahr 2035 – das heißt innerhalb von nur anderthalb Jahrzehnten – um rund 250.000 Personen, machte Dr. Katja Böhler, Staatssekretärin im Thüringer Wirtschaftsministerium, vor den rund 25 Unternehmerinnen und Unternehmern der Region deutlich, die zu der Veranstaltung gekommen waren. Das ist ein wirklicher Flaschenhals für die künftige ökonomische Entwicklung im Land.

Denn im selben Zeitraum wolle man weiteres Wirtschaftswachstum erreichen und neue Unternehmensansiedlungen ins Land holen.

Ohne Zuwanderung aus anderen Bundesländern, aus der EU, aber auch aus Drittstaaten wird das kaum zu schaffen sein, sagte die Staatssekretärin.

Sie verwies darauf, dass das Land bereits an Lösungen arbeite:

Im März kommenden Jahres starten wir an vier Standorten im Freistaat mit unserer ‚German Professional School‘, die im ersten Schritt bis zu 1.000 potentielle Auszubildende aus dem Ausland auf eine Ausbildung in Thüringen vorbereiten soll, kündigte Böhler an.

Anzeige

Dies sei notwendig, um Hürden für die Integration ausländischer Auszubildender in den Thüringer Arbeits- und Ausbildungsmarkt abzubauen.

Neben dem Fachkräftemangel sehen die Unternehmen auch in anderen Bereichen weiteren Handlungsbedarf. Das betrifft zum Beispiel Herausforderungen wie die hohen Energiekosten, den Bürokratieabbau oder die Digitalisierung. Beim Thema Mehrwertsteueranhebung für das Gastgewerbe stellte sich Staatssekretärin Böhler klar hinter die Forderung der Unternehmen nach Beibehaltung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes. Ein guter Kompromiss hätte aus ihrer Sicht sein können, den momentanen Steuersatz von sieben Prozent zumindest noch für einige Jahre fortzuführen.

Wir haben uns im Bundesrat dafür eingesetzt. Leider liegt es nicht in der Entscheidungskompetenz des Landes, eine solche Lösung herbeizuführen.

Doch auch wenn man nicht für jedes Problem sofort eine Lösung parat habe: „Als Land nehmen wir die Sorgen der Unternehmen ernst und stehen bereit, Vorschläge und Hinweise aufzugreifen, an den entsprechenden Stellen einzubringen oder nach Möglichkeit selbst umzusetzen“, sagte die Staatssekretärin weiter. Deshalb sei sie auch persönlich an einem engen Austausch mit den Unternehmen interessiert.

Wir brauchen einen Dialog, der mit Ernsthaftigkeit und auf Augenhöhe geführt wird, der neue Visionen schafft, aber immer auch das Machbare im Blick hat – so wie ich das am Mittwoch auch beim Unternehmerstammtisch in Creuzburg erlebt habe, so Böhler.

Die gemeinsam vom Wirtschaftsministerium und der IHK Erfurt am Standort des Holzverarbeiters Pollmeier Massivholz organisierte Veranstaltung solle deshalb als regelmäßiges Format – als eine „Austauschplattform Politik – Wirtschaft“ – fortgeführt werden.

Zum Folgetermin werden wieder die Unternehmen eingeladen und entsprechend durch die Presse vorab informiert. Auf der Tagesordnung wird auch über den Start der German Professional School berichtet, sagte die Staatssekretärin.

Anzeige
Anzeige